Raffael Scherer

Das Christbäumchen

In einem kleinen Nadelwald

steht ein Bäumchen hocherfreut

und sehnt sich schon den Winter her

und hält aus nie und nimmer mehr

diese lange Wartezeit

auf Ruhe und Besinnlichkeit

 

Es würd so gern ein Christbaum sein

umringt von allen Kinderlein

die vor lauter Jubel schreien

geschmückt mit Kugeln rund und fein

doch dafür war es stets zu klein

und drum zur Weihnacht stets allein

 

„Doch dieses Jahr wird’s anders!“

nimmt sich das Bäumchen vor

und in Gedanken wanderts

durch ein Häuschentor

und im Scheine des Kamin

umtanzen viele Schatten ihn
 

Geschenke Lieder, üppig Mahl...

die Menschen hier, haben keine Wahl

ICH bin der schönste Christbaum hier!“

da rief ein Mann ,,der gefällt mir!“

und zeigte auf den kleinen Baum

dem Tännchen kams vor wie ein Traum
 

,,Jetzt, jetzt gleich nimmt er mich mit!“

und beobachtet auf Schritt und Tritt

wie der Mann fürs frohe Fest

die Kettensäge rasseln lässt
 

dem Bäumchen dem wird’s Angst und Bange

der Mann kommt näher zu der Tanne

,,SO war das doch nicht gemeint!“

doch Christbaum sein ist anders wie es scheint.
 

Der Mann setzt nun die Säge an

der Baum sich gar nicht wehren kann

die Säge brummt – ein stummer Schrei

des Baumes Leben war vorbei

der steht jetzt, wie könnt es anders sein

in einem Wohnzimmer im Kerzenschein.

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