Irene Beddies

Heimwärts





Heimwärts *
 
Heimwärts vor der Dunkelheit,
ehe die Nacht fällt,
die Sonne nichts mehr erhellt
und ich dich rufen höre.
Ich folgte meinem Stern,
bei dir zu sein, ich schwöre.
Doch kam ich nicht weit
in der Dunkelheit.
 
Vor dem Dunkelwerden,
wenn der Tag mich verlässt,
suchte ich Wahrheit im Protest,
wissend, dass sie mich verletzen werde.
Ich bin ohne Bürden gereist
immer  der Nacht voraus,
um rechtzeitig sein zu Haus
vor der Dunkelheit.
 
Ich habe in mich gelauscht,
kann’s dir nicht erklären,
wollte mich bewähren,
habe meine Persönlichkeit vertauscht.
Und was ich in mir fand,
habe ich nicht erkannt.
Nun muss ich heim,
wo ich sitzen und sinnen kann,
vor der Nacht.
 
Nach Hause zu dir,
bevor das Licht in mir schwindet,
wo  eine Hoffnung mich bindet,
dass ich den Weg nicht verlier,
bevor ich gerettet dann bin.
In Angst, wohin die Reise mich führ‘,
als blinden Passagier,
will ich zu dir nach Haus
vor der Nacht!

Ich erlebte Abenteuer,
will sie dir anzuvertrauen:
die Leidenschaft, das Grauen,
das innere Feuer.
Die Furcht, den Weg zu verlieren,
treibt mich an.
Vielleicht erkennst du dann,
dass ich sie gefunden habe
in der eignen Dunkelheit.
 
Heim, wissend du wartest auf mich,
vor deiner Tür zu stehen,
einem Narren die Hand zu geben,
zu hören, ich liebe nur dich.
Ich war zu lange fort
an einem unbekannten Ort
in meinem Sein.
Aber ich wusste, ich komme heim
vor der totalen Dunkelheit.
 
 
© I. Beddies
 
 
 
 *Adaption nach einem Songtext von Neil Diamond  „Home before Dark“
 
 
.
 
 
 
 

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Die Autorin:

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