Christina Wolf

Des Neiders Neid

 

Im verhakten Gewinde des Neiders
auf des andern Ruhm, Schönheit und Ehr,
erblasst er ruhelos des Geistes,
sein Kopf rumort, es belastet ihn sehr.

Der Neid verbrennt die eigene Seele,
bohrt sich tief in Uferlosigkeit,
steigert sich hoch, kennt keine Leere,
ergötzt sich auch gern an des andern Leid.

Festgefahren in der Schadenfreude
erhebt er sich in gierig Lachen,
in Hass und Missgunst ohne Reue,
labt sich zufrieden im Sieges Rachen.

Des Neiders Fesseln sie lösen sich nicht,
gierig verharrend ist sein Treiben,
gezeichnet, gebrannt als Bösewicht
im Hier und Jetzt und für alle Zeiten.


(c) Christina Wolf


20. 09. 2016
 

 

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