Gerhard Krause

Hansi, das Reh

Der Bauer hat erst sehr spät,
als er morgens den Klee mäht,
das kleine Rehkitz liegen sehn
sogleich im Nu war es geschehn.
Maschinen kennen kein Erbarmen
und hat dem Rehkitz dem Armen
den unteren Vorderlauf abgeschnitten,
das Tire hat sogleich sehr gelitten.

Der Bauer macht den traktor aus,
trägt das Tier sogleich nach Haus,
zu Opa Müller, dem alten Greis,
der immer gleich zu helfen weiss.
Reinigt  und desinfiziert den Lauf
es hört auch bald zu bluten auf,
verbindet dann den Rest vom Bein,
das Kitz schläft vor Erschöpfung ein.

Ein Michtrunk unsre Mutter macht
ud als das Tier wieder erwacht,
der der ihm vorgehalten, es gelingt
und welch ein Glück, das Reh es trinkt.
Die Wunde heilte auch bald,
auf drei Beinen laufen halt,
das ging nicht,Opa hat mit bedacht,
dann eine Prothese angebracht.

Ee lief zwar, doch man konnte sehn,
in der Natur wirddies nicht gehn.
Er wurde "Hansi" nun genannt,
ein schönes Tier, es wuchs rasant.
Lief frei herum in Haus und Stall
und Hansi traf man überall.
Der Sommer ging, der Herbst fing an,
'ne Unruhe über das Tier kam.

Ende September in den Morgenstunden,
war Hansi auf einmal verschwunden.
Wir suchten in dem nahen Wald
und fanden unsern Hansi bald,
er lag da und erschöpft war er,
im Wald zu laufen, das war schwer.
Wit trugen ihn im Arm nach Haus,
nach Tagen riss er wieder aus.

Es drängte ihn jetzt frei zu sein,
doch hinderlich das war sein Bein,
er kann sich langsam nur bewegen
ist jedem Unbill unterlegen.
Vielleich findet er wieder nach Haus
und geht nur ab und zu mal aus.
Das Suchen das war vergeben
und hoffen, dass er noch am Leben.


NN. Nach Tagen in der zeitung stand,
ein Pilsucher im Wald hier fand
an der Schonung ein verendet Reh,
im Maul noch ein  Büschel Klee,
mehr konnte er dazu nicht sagen,
nur das es 'ne Prothese getragen.

28.9.2016                    Gerhard Krause
Eine erlebte Begebenheit. Bayern 1947

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