Andreas Vierk

Schlaf



 
Weck nicht die Kelche der Magnolie
aus ihrer hellen Traumbefangenheit,
noch Pegasus: er ist nicht sprungbereit.
Auch deine Wachheit ist nur Folie.
 
Du hebst vielleicht dein Lid und merkst verfrüht,
wie dich das Morgenrot zu Staub zerkleinert,
dieweil dein Atem deine Brust versteinert
und die Magnolie ihren Schnee versprüht.
 
Wenn du dich finden willst, verharre still
und lass dich nochmals durch die Träume treiben.
Der Pegasus verschäumt und kann doch bleiben.
 
Und wenn das weite Land erwachen will,
dann löst es dich aus deinem Traumbetrug
und küsst dein Lid zu Wind und Blütenflug.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.10.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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