Patrick Rabe

Der Wanderer

Der Wanderer

Ich ging wandern
durch Straßen aus purem Gold,
hob einen Stein
und ich sah hinein
in die Stadt, die der Tod geholt.
Ich ging wandern
und der Himmel war atomar,
Regen fiel wie Glut,
gleich der Tränenflut,
als ich dich zum letzten Mal sah.
 
Ja, ich ging mit nichts
als nur dem Gedanken an dich.
Ich ging wandern.
 
Ich ließ mich treiben
durch die Dächerflut aus Zinn,
wo freies Wort
gilt wie ein Mord
und Lüge begräbt den Sinn.
Ich hielt bei einer Kirche,
setzte mich zu den Leuten hin;
sie sagten, sie woll'n das Königreich,
aber ohne Gott darin.
 
Ich ritt von dannen
und ich ritt durch das ganze Land.
Tausend Schilder lockten mich,
auf keinem mein Name stand.
 
Ich ging mit nichts
als der Hoffnung, dich hier zu sehn,
suchte nach dir!
 
Ich ging meinen Weg
auf der Suche nach Erfahrung.
Zu schmecken, zu berühr'n
und so viel zu fühl'n,
wie ein Mann kann,
bevor er bereut.
 
Ich suchte stetig
nach dem einen guten Mann,
der in der Prüfung sich bewährt,
zur Rechten Gottes sitzen kann.
An meiner Seite
eine Bibel, ein Gewehr,
mein Herz war erfüllt von Gottes Wort,
was, wenn ich der eine wär!?
Ach, Jesus, wart nicht länger,
Jesus, ich komm bald nach Haus;
ich gelobte ihr zum Abschied:
"Ich gehe nur kurz mal raus!"
 
Ja, ich ging mit nichts
als der Hoffnung, dich hier zu sehn,
suchte nach dir!
 
Ja, ich ging mit nichts,
als nur dem Gedanken an dich.
Ich ging wandern...




Dies ist wieder eine meiner gefürchteten und geliebten Übersetzungen. Diesmal isses der U2-Song "The Wanderer" vom Album "Zooropa". Bono singt ihn dort nicht selber, sondern übergibt das Mikro an Johnny Cash.

© für das Original bei U2

© für die Übertragung bei Patrick Rabe, 2016.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.10.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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