Inge Hoppe-Grabinger

Der Fremde und das Mädchen


"Komm her, du Schöne, ich schenk dir was, es ist aus Steckmuschelseide.
Viel Muscheln ließen, nicht zum Spaß, ihr Leben, zu erfreuen uns beide.

Das Kleid ist kostbar, trag's für mich, es wird so golden schimmern.
Von Sklaven gewebt ... ganz sicherlich, mich soll es nicht bekümmern.

Und ganz zuletzt, da zeigst du mir die Lotusfüßchen, die kleinen,
versteckt in dezentem Faltpapier, dass sie noch kleiner scheinen!"

"Oh, Fremder geh ganz schnell von hier fort! Zurück zum Palast ...    verraten
hat dich dein vornehmes Wort ... wie seltsam sind deine Taten!

Ich mag dir nicht sehn ins Angesicht. Wer immer du bist ... und verkleidet!
Das goldene Kleid, ich mag es nicht, sein Glanz ist mir gänzlich verleidet.

Schau dir doch nur meine Füße an, sie sind weder klein noch vollkommen.
Und schau genau, ob ich laufen kann.   Das Band hab ich abgenommen!

Und jetzt, du Fremder, rieche dran, riechst du den Duft der Verwesung?
Ich ertrug die Schmerzen ... das kann kein Mann.
Jetzt brauche ich Zeit zur Genesung!"

Der Kaiser ritt entsetzt schnell fort und hielt ein Tuch vor die Nase.
Er sprach auf dem Rückweg kein einziges Wort,
vor dem Mund eine kostbare Vase ...


5. November 2o16

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