Christina Pochert

Vom Fliegen ohne Flügel


Ich bin was ich nicht sein will.
Ich will was ich nicht haben kann.
Stumme Worte, blinde Blicke,
doch ein Hoffen, dann und wann.

Leise nur und kaum zu ahnen,
doch ab und an da regt es sich,
stellt Fragen nur für taube Ohren,
für Flügellose, sowie mich.

Wird es wohl von Wahrheit künden? 
Will ich hören, will ich sehen?
Werde ich am Rand der Dinge
den Zusammenhang verstehen? 

Was beherrscht, was ängstigt mich?
Und wer sieht es außer mir?
Ist es wirklich, ist es Lüge? 
Bin ich denn noch immer hier?

Bin vielleicht doch schon im Drüben,
hab es bloß noch nicht gespürt,
bin verblasst als wie der Schatten,
der mich fort von hier geführt.

Hörst du nicht, dass ich dich rufe!
Ich möchte nicht verlassen sein!
Doch bin ich hier auf meiner Seite
flügellos und ganz allein.

"Verzage nicht in deinem Kummer.",
wisperte die Dunkelheit
und umschlang mich sanft mit Stille
und ruhte in Geborgenheit.

Und in leises Sein gebettet
atmete ich Einigkeit,
mit dem was ich war und wurde
außerhalb von Raum und Zeit.

Fernab vom Vergessenwerden
fand mich, hilflos wie ein Kind,
eine klitzekleine Ahnung
wild und lautlos, wie der Wind.

Ein Gewisper wie ein Funke,
nicht zu hören, nicht zu sehen.
Ein Phantom, nur zu erahnen,
ein Fühlen im Vorrübergehen.

Was ich nie zu suchen wagte,
was größer war als mein Verstand,
aussichtslos, vom Nichts umschattet
und was ich doch am Ende fand.

Oder hat es mich gefunden,
weil das Suchen sinnlos schien?
Und weil ich beschlossen habe
vor der Wirklichkeit zu fliehen.

Entriss ich mich der tiefen Leere,
wie es das Sein für mich ersann
und fand, an jenem Ort dazwischen,
was nicht gefunden werden kann.

Umd ich lernte, tief im Innern
was ein Leben lehren kann
und so begann ich stumm zu singen
und fing wieder zu sehen an.

Das Dunkel winkte mir zum Abschied
und der Nebel wurde klar
und ich sah, dass ich am Ende
flügellos geflogen war.
 

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