Heidi Schmitt-Lermann
Wintergräser
wenn Frost die Pflanzen ziseliert,
sich in die Luft hinaus zu wagen,
auch, wenn es einen schon recht friert.
Kristalle klirren in den Zweigen
und Tropfen werden Perlen gleich.
Überall im großen Reigen
wabert Nebel im Winterreich.
Still und dumpf der Wintertag,
stockdunkel wird`s in früher Nacht.
Bis, dass der Nebel schwinden mag,
am Tag die Wintersonne lacht.
Dem Wanderer im dicken Anzug
Geht doch die Kälte in`s Gebein.
So, dass es ihn mit Recht und Fug
nach Hause zieht zu Tee und Wein.
Genießt sodann das brasselnd` Feuer.
Sitzt am Kamin, schön zugedeckt,
umschmust vom Miezchen ungeheuer,
mit 1000 Küsschen, abgeschleckt.
©Heidi Schmitt-Lermann

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2016.
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