Patrick Rabe

Im Wind

Wie oft muss ein Mann der Stärkere sein,
ehe man ihn anerkennt?
Wie lang muss ein Schiff die Meere durchzieh'n,
eh es die Küste benennt?
Und wie weit fliegt ein Komet durch das All,
ehe sein Kernstück verbrennt?

Die Antwort, mein Kind
weiß ganz allein der Wind.

Wie lange kann denn ein Berg existier'n,
ehe das Meer ihn verschlingt?
Wie lange kann denn ein Volk existier'n,
eh ein Lied der Freiheit erklingt?
Und wie lang kann denn ein Mensch vorwärts sehn,
ohne, dass ihm Sehen gelingt?

Die Antwort, mein Kind
weiß ganz allein der Wind.

Wie oft zählt ihr euer Geld, eh ihr merkt,
es gibt ein höheres Ziel?
Wie viele Kriege müsst ihr denn noch seh'n,
eh ihr wisst, Krieg ist kein Spiel?
Wie viele Tote, eh ihr mal erkennt:
Jeder ist einer zu viel?

Die Antwort, mein Kind
weiß ganz allein der Wind.

Wie oft schau'n wir hoch zum Firmament,
eh uns der Himmel erscheint?
Wieviele Ohren müssen wir haben,
zu hören: Der Nächste, er weint!?
Wie viele Feinde woll'n wir noch erschlagen?
Niemand ist wirklich der Feind!

Die Antwort, mein Kind
weiß ganz allein der Wind.



"Blowin' in the Wind" von Bob Dylan, © by Special Rider Music
Deutsche Übersetzung von Patrick Rabe, © by Patrick Rabe.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.12.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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