Bernhard Guttenberger
Weihnachtsfeier
Fast grod vorbei war d’Weihnachtsfeier,
langweilig wars fei wieder heier.
Jeds Joahr oiwei de gleichn Sacha,
kannt ma’r amoi wos anders macha?
So hobn se denkt de zwoa Kollegn,
um neie Ideen warns net verlegn.
Sie hobn ghabt gnua vo Weihnachssprüch,
vui gscheider waars, m‘amüsierert sich.
Zum Fritze hot da Luck drum gsagt:
„Geh weita Fritz, heit werds moi packt,“
„weil koana auf uns wart dahoam,“
„drum kannt ma no a Masserl schwoabn“
„Heit gehn ma mitananda aus,“
„mir suachan uns wos Bsonders aus,“
„do wo ma no wos kriagn zum Tringa“
„geh mit, sonst duat er mir fei stinka.“
Do sogt da Fritz: „Heit is scho Wurscht,“
„Heit hob i sowieso an Durscht.“
Dann san sie los marschiert recht froh,
und dudln se a bisserl o.
Sie gehngan in a Striptease-Boazn,
und dean se eahnan Sex ohoazn.
In „Tausend und in einer Nacht“,
hobn se de hoibe Nacht verbracht.
Bedient werd do nur „Oben ohne“,
bist schaugst, do host oan in da Krone.
Der Luck, der klatscht voll Freid in d’Händ,
schreit: „Bravo, bravo, sakrament“.
„Schau hi, Fritz, - mensch hot de wos dro,“
„i hoits net aus, jetzt greif i o!“
Kaum langt er’s o, des sexy Pupperl,
do hauts eahm oane drauf auf d’Klupperl.
Der Fritz sogt: „Des derfst doch net doa!“
„is gscheider, mir haun ob, mir zwoa!“
Boid hättnses zweit triebn, de zwoa Heldn,
doch diese Nacht war nix mehr z‘meldn.
Drum Arm in Arm sans los marschiert,
und auf oamoi, do warns sau miad.
Der Luck hot no a bisserl gfluacht,
Und dann, dann hobns an Bahnhof gsuacht.
Zum Glück fahrt grod a S-Bahn rei,
do setzt da Luck den Fritz glei nei.
Er sogt no: „Fritz, i ko di lei(d)n,“
„du paß fei auf und schlaf net ein.“
„Du brauchst bloß zwoa Stationen foahrn,“
„und wennst na aussteigst, bist dahoam!“
De erst Station is grod vorbei,
do schlaft da Fritz tatsächlich ei.
Mit samt sein Affn fahrt er weida,
ja denn sei Aff, war aa net gscheida.
Er schlaft und schlaft, werd nimmer munter,
erst wia er fliagt vom Sitzplotz runter,
da wacht er auf, do merkt er’s schon,
jetzt is er an da Endstation.
Jetzt is er draußt am Ammersee,
Dezember is, bei Eis und Schnää.
So in da Friah um hoibe zwoa,
in Herrsching draußt, - wos sollst do doa?
Do schaugst scho drei a bisserl bläd,
weil aa koa S-Bahn nimmer geht.
Stockfinster wars, saukoid is wordn,
do hots den Fritz erbärmlich gfrorn.
Mitm Taschentüachl duat er winka,
auf da Straß, wos geht noch Minga.
Kaum steht er do a hoibe Stund,
bremst oana ob, - a junga Spund.
Der nimmtn dann mit Ach und Krach,
a Stückerl mit, bis Steinebach.
Jetzt steht er wieder auf da Straß,
er kriagt a Wuat, er kriagt an Haß.
Er kannt se selber glei darenna:
„In Steinebach is aa net scheena!“
„Do is ja aa a so a bläda See,”
“und aa bloß lauter Eis und Schnää!”
Erbärmlich hot er eahm do gstunga,
hot wieda mit’m Tiachl gwunga.
Wia seine Zehan blau gfrorn warn,
is endlich oana zuare gfahrn.
Der nimmtn mit, schnej steigt er ei,
und fahrt mit eahm nach Pasing nei.
Do hot er se a Taxi gnomma,
Um viere is er dann hoam kumma.
Zwoa knappe Stundn hot er pennt,
dann is er glatt in d‘Arbat grennt.
Und seitdem, daß den Fritz so gschlaucht,
hot er koa Sex-Bar nimmer braucht.
Anstrengend wars und ganz schee teier,
nächsts Joahr bleibns auf da Weihnachtsfeier.
Vorheriger TitelNächster TitelDieses Gedicht stammt, bis auf den Anfang und das Ende, aus der Feder meines Vaters Richard Guttenberger vom Dezember 1985, der es anläßlich einer damaligen betrieblichen Weihnachtsfeier vortrug.Bernhard Guttenberger, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.12.2016.
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