Andreas Vierk

An eine Moorleiche





 

Im hohen Torf, wo alle Wege enden,

versenkst du feierlich den Butterkrug.

Ins Dorf, das dich begrub und weitertrug,

mag dich die tiefe Sonne mit ihr senden.

 

Die Sonne schenkt sich warm der alten Erde,

dem Mäuerchen, dem irdnen Topf, den Misteln,

als schrieb sie Evangelien, Episteln

in Gold ins Regengrau der Schnuckenherde.

 

Aus der Kapelle quillt der Mondchoral,

aus nahem Dorfkrug trunkene Gesänge,

aus deinem Sonntagshaar fällt Thymian.

 

Dies schwingt in dir – der Zeit ist es egal.

Sie zirpt als Strom im stählernen Gestänge,

und träumt im Schlafabteil der Eisenbahn.



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.03.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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