Peter Kröger

Der Stehplatz


Ich hab dich in der Eisenbahn geseh'n.
Um Ostern war's. Und du warst ziemlich schön.
Es war sehr voll. Ich saß. Du musstest steh'n.

Du hast ein Buch von Thomas Mann gelesen.
Ich las Graf Platen. Das war's wohl gewesen
was uns verband. Ich fuhr bis hinter Seesen.

Hast mich sehr keck um meinen Platz gebeten.
Ich hörte nur noch Geigen und Trompeten.
Und ließ ihn dir bis rauf nach Großenkneten.

Wo du dann ausstiegst. Mit dem Thomas Mann.
Vom Bahnsteig schautest du uns nicht mehr an.
Den Grafen, mich, und auch die Eisenbahn.

Ich winkte heftig mit dem Buch von Platen
von meinem Stehplatz aus. Dem wenig zarten.
Umsonst! Mehr war jetzt nicht mehr zu erwarten.

Oft denk ich an die Fahrt ganz ohne Wut.
An meinen Stehplatz, deinen Fragemut.
Ach tief in mir glimmt immer noch die Glut.

Denn Thomas Mann fand August Platen gut.

 

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