August Sonnenfisch

FREIHEIT, DIE MEIN HERZ BEGEHRT (komplett)




Hier nun das komplette Gedicht:
"FREIHEIT, DIE MEIN HERZ BEGEHRT":
Innehalten
Liebesverschnitt oder Liebe
Original oder Kopie
Trost und Tröster
Lüge, Lügelei oder Wahrheit
Siege oder Synthesen
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Freiheit, die mein Herz
begehrt



(1)

Die imperative Allgegenwärtigkeit
unseres SMARTPHONES.
Die Beschleunigungskraft
unserer großklotzig geifernen LIMOUSINEN.
Die Nahtlosigkeit
unserer TERMINE.
Das Nebeneinander, Durcheinander
und Eben-Mal-Zwischendurch
unserer KONZEPTE
und PROGRAMME.
Die HETZE und HAST unseres Getriebenseins.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:

Anhalten.
Pausa.
Loslassen.
Der Muße huldigen.
Da bliebe die scheinbar allmächtige Zeit stehen.
Ewigkweit.
Stille.
Tiefe Stille.


................................................................................................


(2)

Unsere Potemkin-schen Dörfer:
Unser Sich Aufdonnern
und Aufbrezeln -
wohl etabliert als
"Make-Up":
das Färben unserer Haare -
der Kult
unserer Koteletten ...

Dann das Image unseres
Gebarens:
unser Getue,
unser Gehabe!

Und der Wahnsinn der uns
schnürenden
Krawatten - der
Wahnsinn unseres hochhackig
schmerzlichen
Schuhwerks.

Der marktschreierische Belang unserer
Biografien und
unserer Karrieren -
wie der marktschreierische Belang
der Kindes- und
Kindeskinder-Karrieren.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:

Wir seien die Möglichkeit,
innezuhalten.
Zu betrachten, was ist.
Und zu fühlen - bis zum Ende unseres
Tunnels fühlen.

Meine Katze hält inne und schnurrt.

Was hülfe es uns,
wenn wir die ganze Welt gewönnen,
nähmen aber Schaden
an unserer Seele?
Wie auch Schaden an der Leiblichkeit,
die der Tempel
unseres Geistes?


Matthäus-Evangelium Kapitel 16, Vers 26

....................................................................................................................


(3)

Die Funktionalisierung
göttlicher Liebe:
Bedingungslose Liebe - eine Fata
Morgana
hienieden? -
Liebessurrogat für Gehorsam
reicht man den Lebenden
wie den Toten,
Liebesersatz für Einklang
und Gleichklang,
Liebesverschnitt für die
anscheinend
gottgewollte
Steigerung der Leistung.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:


Lasse dich tanzen von deinen
inneren Musen.
Schenke dir jene Empathie
die der Odem
allgegenwärtiger Götter.
Und wenn du davon erfüllt,
dann schenke
der Welt
von deiner Güte.


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(4)

Lügengespinste spinnen.
Lügengespinste dulden
und erleiden.
Das Fatamorganhafte
der Lügen und Lügeleien
leugnen.
Gleich dem Petrus,
der seinen
Christus verriet.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:


Fühle deine Gefühle, und
fühle sie aus -
in deinem Zuhause wie in der Welt:
Durchjubele
deine elysische Freude!
Durchwüte deine Wut
in den Räumen
deiner Seele!
Durchleide deine Schmerzen:
weine deine Tränen!
Und durchfürchte schlussendlich
deine Furcht
vor dem Tod!


Dann breitet sich Frieden
in dir und in mir.
Stille geschieht.


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(5)

Siegen müssen,
Siegen sollen -
und Siegen wollen.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:


Schau auf die Freiheit der Synthesen:
sokratischer Synthesen
in sokratischen Dialogen:
deine Thesis - meine Thesis ...
und zum dritten sodann
- als unsere ureigene Kreation -
deren geistig-seelisches Kind:
die Synthesis.

Sokrates trank dafür
den Schierling:
das tödliche Gift!


........................................................................................................


(6)

Eine Katze in einem menschlichen Bett:
eine Katze als der
Christopherus
unserer einsamen Nächte.

Tagsüber dann das Verskalven
eines Hundes
an unserer
gnadenlos griffigen Leine.
Ein Lauftier
als unser Trost und Tröster.

Doch der Narr in mir ruft mich
bei meinem Namen:


Seien wir selbst uns
eine Freundin und ein Freund!
Ein Tröster und
ein Trost!

Der Mensch sei nur da
ganz Mensch,
wo er spiele
wie die Götter,
die Narren und die Kinder!


Friedrich Schiller (1759-1806):
"Über die ästhetische Erziehung des Menschen"


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(7)

DER NARR IN MIR RESÜMIERT:

Einmal derjenige sein,
der-du-eigentlich-bist:
jenseits dessen fühlen, was
der Mainstream fühlt:
eigene Gefühle
fühlen, ureigene Gefühle sein!


Einmal diejenige sein,
die-du-eigentlich-bist:
jenseits dessen denken, was
der Mainstream denkt:
ureigene Gedanken
denken und
bis an ihr Ende durchdenken!

Gleich Cristoforo Colombo,
der die Erde
als einen Globus
geschaut.
Und danach gehandelt.


Cristoforo Colombo (um 1451-1506)

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(8)

Die imperative Allgegenwärtigkeit
unseres SMARTPHONES.
Die Beschleunigungskraft
unserer großklotzig geifernen LIMOUSINEN.
Die Nahtlosigkeit
unserer TERMINE.
Das Nebeneinander, Durcheinander
und Eben-Mal-Zwischendurch
unserer KONZEPTE
und PROGRAMME.
Die HETZE und HAST: unser Getriebensein.

DES NARREN IDEE:

Anhalten.
Pausa.
Loslassen.
Der Muße huldigen.
Da bliebe sie stehen: Die scheinbar allmächtige Zeit
bliebe tatsächlich stehen!
Ewigkeit.
Stille.
Tiefe Stille.









(c) August Sonnenfisch, 26. Juni 2015 ff



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.04.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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