Patrick Rabe

Nackte in der Nacht

 

Die Nacht raucht eine "Luckies"

im Scherbenmantel eben,

während Werbeposter barmen

um neugeschenktes Leben.

 

Ein Jesusfreak gibt mir ein Streichholz,

doch ich entzünd' es nicht,

ein Zionist übt hintenrum

schon mal für's Endgericht.

 

Nobelpreisträger sangen es:

Wir stehen in 'nem Rahmen,

(oder fallen raus, mein Schatz)

und rufen Gottes Namen.

 

Politisch ist die Welt, weiß Jah!

Und Allah weiß es besser!

Man liefert Freiheit, Gnade, Recht

allüberall ans Messer.

 

Ein hübsches Weib ist Lilith doch,

und sie sitzt meistens oben,

so mag ich es sehr gern im Bett,

ich muss das Mädel loben!

 

Doch Adam stört das Stelldichein,

sein Früchtchen hüpft bedenklich.

Sein Konterfei glänzt apfelrot,

obzwar sein Teint wirkt kränklich.

 

Ich türme aus dem Fenster schnell,

hinab die Feuerleiter,

da fragt mich jemand nach dem Weg,

ein fremder, bleicher Reiter.

 

"Woll'n sie zur Lincoln County Road

oder nach Armageddon?"

frag ich das traurige Gespenst.

Zum Letzt'ren, möcht ich wetten...

 

Ich treff die Nacht im Moulin Rouge,

sie will schon wieder rauchen,

doch leider zündelt's bei ihr nicht,

sie könnt' mein Streichholz brauchen...

 

Umsonst geb ich ihr Himmelslicht

(umsonst hab ich's empfangen),

ich weiß, ich werd' zu guter Letzt

ins Paradies gelangen.

 

Dort trete ich trotz manchem Fall

auf alle Fälle ein,

der Zionist ward gestern Christ,

kein Jude is(s)t ein Schwein...

 








© by Patrick Rabe, 24. 11. 2016, Hamburg

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