K.N.Klaus Hiebaum

F R O N L E I C H N A M

FRONLEICHNAM - ZEICHEN DES GLAUBENS


Vielleicht denken manche mit einer gewissen Wehmut
an dieses Fest vom Leib und Blut des Herrn,
an das Fronleichnamsfest, wie es früher genannt wurde.
In pompösen Prozessionen wurde der Leib des Herrn (althd. fron = Herr)
als - Z e i c h e n - d e s - G l a u b e n s
über Dorfwege und durch Straßen getragen.

Auch heute gibt es in manchen Orten
noch dieses Schauspiel von Glanz und Glorie.
Die Zahl der kamerazückenden Zuschauer,
welche sich diese eher selten gewordene
touristische Attraktion nicht entgehen lassen wollen,
überwiegt oft jene der aktiv (?) Beteiligten.

Wo aber bleibt der Glaube in unseren Dörfern und Städten
mit oder ohne Fronleichnamsprozession?
Müssen wir etwa umdenken, Formen ändern,
oder nach neuen Symbolen suchen?

*Was aber nützen alte und neue Formen und Zeichen,
wenn wir Christen nicht selbst
zum Zeichen lebendigen Glaubens werden?
*Was nützen die Sakramente,
wenn wir nicht selbst zum Sakrament werden
für unseren Nächsten,
zum Zeichen des Heils und der Erlösung?
*Sind die Zeichen etwa mehr als der Glaube,
die Sakramente mehr als Christus?
*Wozu brauchen wir Kirchen,
wenn wir nicht Tempel Gottes
und des Heiligen Geistes sind (vgl. 1 Kor 3,16 u. 6, 19)?
*Wozu Tabernakel,
wenn wir nicht selbst lebendige Tabernakel sind,
in denen der dreifaltige Gott wohnt (vgl. Joh. 14,23)?
*Was nützt die Eucharistie,
wenn wir Christus, den wir empfangen,
nicht in uns tragen und durch uns hinaus in die Welt,
hinein in unsere Familien und Arbeitsstätten?
*Wozu die Monstranz,
wenn dieser Jesus unsichtbar bleibt
im Leben des Christen?
*Wozu die Kanzeln,
wenn Jesus Christus nicht durch unser Leben verkündet wird?

Wann beweisen wir der Welt endlich,
dass wir auf den Namen des Herrn Jesus getauft sind (Röm. 6,3)?
Dass wir durch ihn erlöst,
geheilt und von aller Schuld befreit sind (vgl. Röm. 3,24)?
Dass wir durch seine Auferstehung neues Leben haben;
dass sein Geist ausgegossen ist in unsere Herzen
und dass er mit dem Vater in uns Wohnung genommen hat (Joh. 14,23)?

Worauf warten wir noch?

ERLÖSUNG - AUFERSTEHUNG - HIMMELFAHRT –
PFINGSTEN - DREIFALTIGKEIT - FRONLEICHNAM –

und wir??

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