Karl-Heinz Fricke

In Hungerzeiten

In jenen Nachweltkriegstagen,
da gabs nicht viel zu essen.
Da knurrte oft uns der Magen,
wer könnte das vergessen.

Besonders in der großen Stadt,
da gings um Überleben.
Kaum jemand wurde richtig satt
und stehlen bringt kein' Segen.

Verschleudert wurde Ring und Uhr
für Eier, Milch und Butter.
Was sonst noch wuchs in der Natur,
das kochte uns die Mutter.

Beim Pferdeschlachter standen wir
für Fleisch von alten Zossen
schon früh am Morgen um halb vier
und haben's nicht genossen.

Wir legten hungrig uns zur Ruh,
im Haus nicht einen Bissen.
So fiel das Frühstück oftmals aus,
wenn keine Krume ist im Haus. 

Verbündete sind oft nicht echt,
der Russe zeigt' sein wahr Gesicht.
Der Michel war dann nicht mehr schlecht,
verzichten konnt' man auf ihn nicht.

Vorbei war gleich die Hungersnot
der deutsche Westen wurde frei.
Kein Mangel mehr an Milch und Brot,
an Schinken und an Hühnerei.

Den Hunger wird es immer  geben
in dieser großen bösen Welt. 
Im Übermaß gar viele leben,
um andre ist es schlecht bestellt.

Karl-Heinz Fricke  5.6. 2017

 

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