Patrick Rabe

Wegkreuz

 

Am Wegkreuz, da steh ich und rauche das bittere Blatt,

und denk an das Mädchen, das goldene Haarlocken hat.

So rot wie der Streifen der Sonne am Rande der Nacht,

so hell wie der sternklare Himmel in all seiner Pracht.

 

Das Käuzchen ruft "Schuhu" und Willie Mc Tell singt den Blues,

Clint Eastwood liest Psalmen und hat seinen Neck in the Noose.

Der Tillerman trinkt wieder Tee, Yusuf pflegt seinen Bart,

der Jack bringt die Jill mit dreckigen Witzen in Fahrt.

 

Im Untergeschoss fahndet Freud nach verdrängten Gefühlen,

und Freund Amor will schießen, aber tut leider fürchterlich schielen,

Maid Marian heißt als Transgender jetzt Robin the Hood,

und der Fischer brät seiner Frau diesen nervigen Butt.

 

Das Weib und der Mann kommen endlich gut aus miteinander,

und Weihnachten wird wieder bunt für die Berber dank Zander,

der Zug, auf den alle so sehnsuchtsvoll warten, fährt ein,

 in Flüssen und Meeren wird heute das Wasser zu Wein.

 

Am Wegkreuz, da steh ich, die Ziese des Leids ist geraucht,

mein Mädchen sagt mir telepathisch, wie sehr sie mich braucht,

ich denke, sie ist bei den Leuten im langsamen Zug,

ich geh sie jetzt suchen, von Einsamkeit hab ich genug!

 

 

 

 

 

© by Patrick Rabe

2. Juni 2017, Hamburg.

 

 

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