Thekla E. Morgenroth

Bal Folk

Der große Saal liegt im Dunkeln vor mir,

Lichterketten erhellen ihn schwach,

vorfreudiges Murmeln hier und da,

Erinnerungen werden wach.

 

Wie oft ich schon unter den Lichtern tanzte,

die Welt vergaß in ihrem Schein,

einst gebastelt von liebenden, fleißigen Händen,

uns allen Wegweiser zu sein.

 

Der große Saal wird langsam voller,

Umarmungen erfüllen ihn.

Geschäftiges Treiben auf der Bühne

weist auf gelöste Stimmung hin.

 

Dann erklingt der erste Ton,

noch schaut mein Blick sich suchend um.

Ich kann nicht schnell genug dort sein

und alles tanzt um mich herum.

 

Die Töne fließen und ich verlier

mich und alles im Takt der Musik.

Ich schwebe, ich fliege, ich fliehe

vor allem, vor mir und dem inneren Krieg.

 

Ich lasse mich treiben, bin doch ganz da

genieße Geborgenheit bei dir,

den Rhythmus, der stetig und kraftvoll klingt,

deine Arme, die sanft sind bei mir.

 

Deine Hand liegt auf meinem Rücken

und leitet mich, bis ich losflieg.

Gemeinsam schweben wir hinauf,

bis wir eins sind mit der Musik.

 

Ich spüre die Wärme und dich ganz nah,

gebe mich deinen Bewegungen hin.

Ich falle und lasse es zu mit dir

und weiß doch, wie sicher ich bin.

 

Denn schon ist es wieder still,

nur für den einen, kurzen Moment

halten wir uns in den Armen,

bevor der Applaus des Dankes entbrennt.

 

Dann ist die Magie des Moments vorbei,

doch viele Momente erfüllen den Raum,

verbinden sich zu einem großen Gefühl,

das viel mehr vermag als ein einzelner Traum.

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