Annelie Kelch

Schweigende Liebe

Die Toten schlafen längst in ihren Gräbern,

indes ich träume, träume, träume …

noch immer von den fernen Tagen - längst vergangen,

als wüsste ich allein und ohne euch nichts anzufangen,

als gäbe es auf Erden nichts, das ich versäume.

 

Ich stehe morgens auf und zähle 100 Bürstenstriche in mein Haar

und frage mich dabei, wie es euch jetzt ergehen mag

und dass die Zeit mit euch meist schwierig, selten heiter war

und ob es euch nicht kalt und einsam ist im Sarg.

 

Ich hätte euch so viele Dinge gern gefragt;

ihr hattet wenig Zeit für mich und wolltet eure Ruhe.

In meinem Herzen staute sich, was nie gesagt.

Und manchmal war mir kalt mit euch wie in 'ner Tiefkühltruhe.

 

Ob ich euch hier auf Erden jemals wiedersehe -

vielleicht in einem anderen und bess'ren Leben?

Erkennt ihr mich, wenn ich aus heit'rem Himmel vor euch stehe

und würde euch wie mir dann auch das Herze beben?

 

Trotz allem hatte ich euch damals wirklich lieb.

Deshalb enthielt ich mich durchaus berechtigter Proteste.

Paar Fotos, schwarz-weiß, bunt, sind alles, was mir von euch blieb -

und die Erinnerung an viele schöne Weihnachtsfeste.

 

Nur selten durfte ich euch meine Liebe zeigen;

ihr habt dafür gesorgt, dass ich auch hassen lernte.

Und manchmal bin ich sogar dankbar: Ich kann schweigen,

selbst wenn ich dafür nichts als Unverständnis ernte.

 

 

 

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