Patrick Rabe

Nasse Straßen in Nacht und Nasen

 

Oh Nacht, ich nahm schon...Kokain?

Nein, Kaffee und Matrosen,

musste mit ihnen kosen,

und doch, ich hörte ihn.

 

Ich lag zerschlagen auf dem Bett,

der Heiland war im Zimmer.

Er ragte über mir, wie immer,

ein Fakir und ein Nagelbrett.

 

Und kalte Laken und Jacqueline

die weiße Birne brannte,

was mir dein Stimmchen nannte:

die Mär von Kokain.

 

Ich muss, ich muss, es muss heut sein,

hinein in meine Nase...

Jacqueline, sei brav und blase

sie von mir, meine Pein.

 

Das nekrophile Nachtgespenst,

ich stieß ihm in den Hintern

mein Harz in vielen Wintern,

du weißt es nicht, du pennst.

 

So bin ich schwul, verhurt und weiß,

wie Pulver in der Nase,

leb in der Seifenblase,

mit der ich mich bescheiß.

 

Ich breite meine Arme aus,

Matrosen, oh, ich komme,

Jacqueline, sei meine fromme,

im Bett beichtende Kirchenmaus.

 

Der Morgen kommt, Phantome flieh'n,

Jacqueline und auch Matrosen,

nur Laken zum Liebkosen.

Der Morgen kommt mit aller Macht,

spritzt Flecken in die alte Nacht,

auch ich bin endlich ganz erwacht.

Oh Tag, ich nahm schon Kokain.

 

 

 

 

© by Patrick Rabe

21. Juni 2017, Hamburg.

in Memoriam Gottfried Benn.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.06.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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