Robert Nyffenegger

Der Mann von Heute

Viele spielen Mann von Heute,
Das ist richtig heiss begehrt.
Keiner möchte sein wie Leute,
Denn man ist doch viel mehr wert.
 
Glatzkopf glänzend einzuschmieren
Oder doch ein Dutt der steht.
Keiner muss sich heut genieren,
Selbst mit Tattoo auf Tapet.
 
Eine runde kleine Brille
Spricht an sich für ein Genie,
Und ein Schnauz, der spricht für Wille,
Das behauptet jede Sie.
 
Eine Kette, Kreuz und golden
Um den braungebrannten Hals,
Passend so zu seiner Holden,
Wenn nicht - dann doch - allenfalls.
 
Alles ist mir Recht und schnuppe.
Wenn der Goldzahn aufersteht,
Zur Verführung einer Puppe,
Mache ich ein Stossgebet.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.07.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Der Stieglitz hat ´ne Meise: Gedichte von Jana Hentzschel



Aus dem Wald in die Pfanne ... Tief unterm Büschel Gras versteckt, mit einem Blatt noch abgedeckt, beobachtet ein Pilz im Wald so manch befremdliche Gestalt. Sie schlurfen, ein paar trampeln auch, in Stiefeln und 'nem Korb vorm Bauch, das scharfe Messer in der Hand, den Blick zum Boden stets gewandt. Ein Freudenschrei, ein scharfer Schnitt, so nehmen sie Verwandte mit; und der versteckte Pilz, der weiß, im Tiegel ist es höllisch heiß. So brutzeln aber will er nicht! Da bläst ein Sturm ihm ins Gesicht, es rauscht und wirbelt ringsherum, schon bebt der Wald - ein Baum fiel um. Genau auf seinen Nachbarn drauf. Das ändert seinen Denkverlauf: "Welch übles Ende: Einfach platt! Da mach' ich lieber Menschen satt." Drum reckt er sich aus dem Versteck, er will jetzt plötzlich dringend weg: "Vergesst mich nicht! Ich bin gleich hier und sehr bekömmlich, glaubt es mir."

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