Ernst Dr. Woll

Fiktive Tiergespräche - 1. Fortsetzung (Katze/Vogel/Schwein)

Putzis Besitzer, Biologiedozent an der Universität,

mit seiner Heimtierhaltung oft ins Gespött gerät.

Seine Familie, Frau, 2 Kinder 10 und 12 Jahre alt

machen mit, betreuen Tiere, unterstützen ihn halt.

Auch ist man im Familienverbund gleichgesinnt,

dass Tiergespräche keine Hirngespinste sind,

die man von den Mitgeschöpfen beobachten kann,

sie sind ohne Worte, man stört sich nicht daran.

Hansi, sehr häufig allein in seinem Vogelbauer,

wartet, ihm ist es sehr langweilig auf die Dauer.

 

Katze Putzi taucht vor den Gitterstäben auf.

Bevor aber das weiter Gespräch nimmt seinen Lauf

flattert Hansi mit den Flügeln, ist ganz aufgeregt,

weil sich im Zimmerhintergrund noch etwas bewegt.

Beim öffnen der Tür schlüpfte noch mit herein

Felix, das kleine, grunzende, männliche Schwein,

das eine unverständliche, fremde Sprache spricht,

so Kauderwelsch hörten Katze und Vogel noch nicht.

Furcht jagt der Eindringling vorerst den beiden ein,

könnte das Tier aber vielleicht auch harmlos sein?

 

Felix scheint sich nicht für die anderen zu interessieren,

so dass Putzi und Hansi schnell ihre Angst verlieren

und der Vogel bekundet, dass er sich wiederum heut´

über den Besuch der Katze außerordentlich freut:

„Wir hatten uns gestern strittig darüber unterhalten

wie sich Katzen und Vögel mit Beutetieren verhalten,

verständigen sollten wir uns, dass alles in der Natur

geregelt ist und abläuft wie in einer vollkommenen Uhr,

nur wenn der Mensch egoistisch zu steuern beliebt,

er auch sehr schnell das Gleichgewicht verschiebt.“

 

„So viel Wissen hätte ich dir gar nicht zugetraut“

verkündet Putzi dem Vogel und tönt „Miau“ sehr laut.

Das hat das im Zimmer schnüffelnde Schwein gehört

und fühlt sich nun in seinen Erkundungen gestört.

Es gesellt sich spontan zu den beiden Tieren hinzu

und es beginnt eine interessante Debatte im Nu.

Ein Wunder, das hätte kein Mensch je gedacht,

was dieses Trio bei gegenseitiger Verständigung macht:

Es wird gepiepst, miaut, gegrunzt und sich bewegt,

gut anzuschauen, wie man sich zu verstehen pflegt.

Menschen erheben sich über Tiere, sie können reden,

doch durch verschiedene Sprachen versteht nicht jeder jeden.

Entschlüsseln konnten wir außerdem bisher noch nicht

ob das dem Tierstimmenunterschied ebenfalls entspricht.

Die Tierlaute zeigen sich uns in vielen Variationen.

Tiere können damit wohl ihre Individualität betonen.

Laute sind auch in der Tierwelt Erkennungszeichen

zum Fortpflanzen und auch um Gefahren auszuweichen.

Worüber nun die Drei vor dem Käfig debattieren

lässt unsere Gedanken wieder in gedachte Welt entführen:

 

Hansi drückt vermutlich mit Bewegungen Freude aus,

Putzi gähnt hin und wieder, steckt ihre Zunge heraus

und Felix reibt mit dem Rüssel an dem Käfiggitter,

ein eingesperrter Vogel erscheint ihm offenbar sehr bitter.

Interessevoll beobachtet nun die Familie die Drei,

wie sie wortlos kommunizieren, frank und frei.

Sie will auch erfahren, was die Tiere empfinden,

sprechen sie von Zwängen oder Wohlbefinden?

Was müsste man wie in der Heimtierhaltung gestalten,

um unsere Mitgeschöpfe tier- und artgerecht zu halten?

 

Die Tiere haben offensichtlich ein Thema ausgewählt,

das im Zusammenleben zu kritikbehafteten zählt:

„Fertig zu werden höherer Wesen mit dem Einsamsein“,

belastend ist es, sind Menschen oder Tiere immer allein.

Diese Frage ist im umfassenden Sinne zu verstehen;

extrem kann man dies sogar als Folter auch seh´n.

Der Vogel sagt nun mit seinen freudigen Gebärden

es sei für ihn täglich ein großes Glück auf Erden,

wenn Putzi ihn aufsucht in seiner Einsamkeit;

dabei denkt er auch an seine frühere schöne Zeit:

 

„Damals war ich in meinem Käfig nicht verlassen,

Lori,den kleinen Papagei, hat man bei mir gelassen.

Sein schwadronieren war manchmal schwer zu ertragen,

doch heute fehlt mir Lori, das muss ich schon sagen.

Sie erkrankte an einen bösartigen Bauchtumor,

denn Krebs kommt auch nicht selten bei Vögeln vor.

Als Lori qualvoll starb, darüber denke ich jetzt nach,

mir häufig, wie bei Menschen, das Herz fast brach.

Unverständlich, kein neuer Vogel kam wieder ins Haus,

ich wurde depressiv, halte es jedoch nun alleine aus.“

 

Felix, das Schwein, schaut ganz desinteressiert,

weil es gerade seine Harnflüssigkeit verliert.

Es ist damit beschäftigt, ihm ist es dabei jedoch egal,

wohin er sich lenkt, der stinkende Flüssigkeitsstrahl.

Er geht in den Käfig, nass wird alles dort drinnen,

Hansi beschimpft das Ferkel, es sei von Sinnen:

„Saubere Wohnungen sind für Heimtiere notwendig

dazu sind wir erzogen und beachten das ständig.

Scheinbar hast du noch nicht gelernt dich anzugleichen,

kann man das bei dir, dem Schwein, überhaupt erreichen?“

 

In diesem Moment betritt die Hausfrau das Zimmer,

entsetzt ruft sie: „Ich sage es doch immer und immer,

lasst Felix in der Wohnung noch nicht frei `rum streichen,

noch gelang es nicht, doch es ist bestimmt zu erreichen,

dass auch ein Schwein seinen festen Platz bestimmt,

wo es seine Ausscheidungen von Kot und Harn vornimmt!

Jetzt werde ich euch drei „Gute Nacht“ aber sagen.

Unterhaltet euch weiter in den nächsten Tagen.“

(Fortsetzung folgt)

 

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