Diethelm Reiner Kaminski

Vor der Kulturrevolution

Zeit ist es, umzudenken

und mit der Zeit zu gehen.

Weg mit den Bücherschränken,

die nur im Wege stehen.

 

Weg mit den HiFi-Kästen,

Lautsprecherboxen, Grammophon,

weg mit den vielen Resten

altmodischer Zivilisation.

 

Weg mit dem Nippes, all dem Plunder,

den Staubfängern, den Zimmerpflanzen,

besinnen wir uns auf die Wunder,

will sagen, auf die ganzen

 

den Menschen formenden Aktivitäten:

Essen, Schlafen, Denken, Lieben,

Flirten, Saufen auf den Feten

und was wir sonst noch gerne trieben.

 

Dafür braucht es viel freien Raum,

nichts darf ablenken oder stören:

Wir wollen fühlen und nichts hören.

Erfüllt werde ein Menschheitstraum.

 

Die erste Party in dem neuen Stil

lief leider anders als gedacht.

„Ich such woanders mir Asyl.“

Die Gäste haben sich davongemacht.

 

Schon immer hatte es die Avantgarde

nicht leicht, den Fortschritt durchzusetzen.

Zu allen Zeiten sah sie ihren Part,

darin, veraltete Kulturen zu zerfetzen.

 

 

Ich zeige mich noch kompromissbereit,

ich hol zurück die Möbel aus dem Keller.

Die Gäste rücken an von nah und weit.

Ein Diskjockey bedient den Plattenteller.

 

Die einen pinkeln in die Blumentöpfe,

andre begeifern meine Buchbestände.

Sie schütteln voller Unverstand die Köpfe

und kritzeln dumme Sprüche auf die Wände.

 

Lang wird es dauern, bis sich alles ändert.

Ich übe mich bis dahin in Geduld.

Der bourgouise Kahn in Kürze kentert,

dann sitzt die Avantgarde am Steuerpult.

13.01.2013

 

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