Ernst Dr. Woll

Fiktive Tiergespräche – 2.Fortsetzung (Katze/Schwein)

Eine Wohnung, 5 Zimmer, im Mehrfamilienhaus;

dort leben mehrerer Heimtiere tagein, tagaus.

Will die Familie mit einem Zoo konkurrieren,

gar mit Verhaltensforschungen experimentieren?

Wahrscheinlich treffen wir hier auf Personen,

die gern mit Haustieren zusammen wohnen

aber Gelegenheiten im Haus mit Garten fehlen

und sie mussten hierfür eine Stadtwohnung wählen.

Katze Putzi und Felix, das Schwein, sind nun dran,

wir hören was sie reden und was stellen sie so an?

 

Bevor Putzi und Felix ihre Gespräche fortsetzen

muss noch berichtet werden von dem Entsetzen,

das wir von Nachbarn im Wohnblock hören,

die sich an dieser eigenartigen Tierhaltung stören.

Darum seien hier auch zunächst einmal anzugeben,

die verschiedenen Tiere, die in der Wohnung leben:

1 Katze, 1 Wellensittich, mehrere Fische im Aquarium,

Zwergkaninchen, Hamster, 1 Waran im Terrarium,

1 Ferkel, 3 Meerschweinchen, 1 Dobermann

und als Futter für den Waran schaffte man Mäuse an.

 

Ist so etwas in Wirklichkeit tatsächlich zu entdecken?

Ja, dazu stellen wir fest mit großem Erschrecken,

dass man in der Wohnung diese Tiere gefangen hält,

und nimmt in Kauf, dass diesen das nicht immer gefällt.

Trotz Belästigung durch Geruch, Lärm u. a. im Haus

reichen die gegenwärtigen Möglichkeiten nicht aus,

die teilweise nicht tierschutzgerechte Haltung zu verbieten,

weshalb die Beteiligten tüchtig in Streit gerieten.

Um diese Probleme kümmerten sich die Tiere nicht,

um ihre Gespräche geht es nun im weiteren Gedicht.

 

Auf dem Katzenklo, das sich im Flur befindet

sitzt Putzi, die sehr drückt und sich auch windet,

ihr scheint es dabei sehr unangenehm zu sein,

denn es schaut interessiert zu, Felix das Schwein.

Sie sagt ihrem Zuschauer nun ganz unumwunden:

„Was hast du besonderes jetzt hierbei gefunden,

auch du solltest dich künftig unbedingt anpassen,

deine Ausscheidungen nicht überall fallen zu lassen.

Hier in der Wohnung gilt für alle als Pflicht:

auf Parkett und Teppich kackt und pinkelt man nicht.“

Felix grunzt: „ Ich wehre ich mich gegen Auflagen

und ich werde dir und den Menschen immer sagen,

wir sind nicht schmutzig, lassen uns nicht beleidigen,

da werde ich unsere gesamte Familie verteidigen;

auch wir lieben unsere Umgebung sauber und rein,

schaut als Beispiel nur in traditionelle Ställe hinein,

wenn man uns dort selbst auswählen lässt,

dann legen wir selbständig bestimmte Plätze fest

wo wir, nach Menschenjargon, die Notdurft verrichten,

im weitesten Sinne also nicht auf ein Klo verzichten.

 

Früher gab es dazu noch die Einstreu aus Stroh,

über dieses Polster waren wir Schweine froh,

und als natürlicher Dünger war dieses einzusetzen,

was bis heute die Biobauern immer noch schätzen.

In der Massentierhaltung werden Technologien verlangt,

bei denen aber kein Stroh mehr in den Stall gelangt.

Die Liegeflächen im Stall tiergerecht einzurichten,

darauf muss man bei neuen Haltungsformen verzichten.“

Skeptisch schaute die Katze bei dieser langen Rede,

erwidert: „Was ich hörte fordert auf zur Fehde.

 

Sehr erstaunt bin ich schon über dein Berichten,

woher kennst du in deinem Alter diese Geschichten?

Ich schätz dich mal gerade vier Monate alt,

dem Ferkelalter entwachsen, ein Läufer halt

und vor 8 Wochen bist du hierher gekommen,

hast Stallleben gar nicht richtig mitbekommen.

Und nun prahlst du mit neuen Erkenntnissen,

Dinge, die eigentlich nur Fachleute wissen.

Also über den Tisch lass ich mich nicht ziehen,

das alles ist doch nicht in deinem Gehirn gediehen?“

 

Deutliches grinsen beobachtet man bei Felix nun,

ihm scheint es gegenüber der Katze wohl zu tun,

zu zeigen, ein neues Zeitalter hat jetzt angefangen

weil auch Schweine auf einen Heimtierplatz gelangen,

wer hätte das vor Jahren gedacht, er kann jetzt schmusen,

er tat dies bei seiner Halterin schon einmal am Busen!

Jetzt gilt es für ihn aber auch zum Ausdruck zu bringen:

Es dauert nur noch kurze Zeit dann wird es gelingen,

Schweine werden anderen Wohnungstieren ranggleich,

das vernimmt nun Putzi von Felix, überaus wortreich:

 

„Kennst du die Begriffe Nutz- und Schlachttier?

Vermutlich nicht, darum erkläre ich sie dir.

Uns allen, die mit Menschen zusammenleben

hat man den Einheitsnamen Haustier gegeben.

Eingeteilt hat man nun nach weiteren Aspekten,

die sich auf Verwendung der Tiere erstreckten;

Heimtiere hält man zum besonderen Vergnügen,

Nutztiere müssen speziellen Ansprüchen genügen,

sie sind bei Menschen als „Dienstleister“ beliebt

wobei man Schlachttiere als andere Kategorie angibt.

 

Woher stammt mein reiches „Schweinewissen“?

Das wolltest du Katze doch gern wissen.

Vieles hat die Wissenschaft heute schon geklärt,

mehr gibt es, was selbst der Klügste nicht erfährt.

So lasst uns im vorliegenden Falle annehmen,

die von mir dargestellten Erkenntnisse kämen

von Tieren meiner Art, die wortlos wiedergegeben

was sie hier gemeinsam mit Menschen erleben.

Auch mir ist nicht klar, warum ich all dies erfuhr,

es sind Geheimnisse im Universum und der Natur.“

 

„Das alles ist mir irgendwie zu hoch“, sagt die Katze

und strecht sich über das Gesicht mit ihrer Tatze.

„Mir reicht es, ich zeige dir mit dieser Gestik an,

dass man sich auf diese Art auch säubern kann.

Euch Schweinen fehlt ein solch gelenkiges Bewegen,

ihr zieht es vor, euch in das Suhlbad zu legen,

vom Körper schält sich dann der getrocknete Dreck,

nimmt den Schmutz und Schlamm wieder mit weg.

So hat jeder eigene Vorstellungen von Sauberkeit,

und ich denke, wir beenden damit unser Gespräch für heut´.“

(Fortsetzung folgt)

 

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