Patrick Rabe

Suzanne

 

Suzanne nimmt dich mit an den Fluss, wo sie gern ist,

Boote fahren sanft vorbei,

du bleibst Nachts an ihrer Seite,

sie ist nicht so ganz schussecht,

doch das magst du ganz besonders,

und sie gibt dir Tee zu trinken,

und Orangen ganz aus China,

und grad, als du sagen wolltest,

dass du sie nicht lieben könntest,

holt sie dich in ihre Seele,

überlässt dem Fluss die Antwort:

Du warst immer schon ihr Liebster.

 

Und du möchtest mit ihr reisen,

als ihr blinder Passagier,

und du weißt, sie wird dir trauen,

denn ihr Körper und dein Geist sind eins in ihr.

 

Und Jesus war ein Seemann,

weil er auf dem Wasser wandelt,

und er hielt sehr lange Ausschau

von dem Turm aus Holz so einsam,

und als er sicher wusste,

dass nur Sinkende ihn sehen,

rief er: "Alle seien Seeleute,

bis sie die See befrei'n wird!"

Doch er selber war zerbrochen,

lange, eh der Himmel aufging,

verschmäht und beinah menschlich

sank er hin vor deiner Weisheit wie ein Stein.

 

Und du möchtest mit ihm reisen,

als sein blinder Passagier,

und du möchtest ihm vertrauen,

denn dein Körper und sein Geist sind eins in dir.

 

Und Suzanne führt dich zärtlich

an der Hand hin zum Flussbett,

sie trägt Lumpenjeans und Federn,

von den Heilsarmeestationen.

Und die Sonne tropft wie Honig

auf die Herrin dieses Hafens,

und sie zeigt dir manch Geheimnis

zwischen Müll und wilden Blumen:

Da sind Helden tief im Seetang,

da sind Kinder früh am Morgen,

und sie sehnen sich nach Liebe,

und sie sehnen sich für immer

und Suzanne hält den Spiegel.

 

Und du möchtest mit ihr reisen,

als ihr blinder Passagier,

und du kannst ihr vertrauen,

denn dein Körper und ihr Geist sind eins im hier.

 








by Leonard Cohen

© 1966, Project Seven Music

Übertragung ins Deutsche:

© by Patrick Rabe, 2017.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.08.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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