Ernst Dr. Woll

Fiktive Tiergespräche 8. Fortsetzung (Kleinnager u. a.)

Im Wohnungszoo fehlte nun das Schwein

und dem Hausherrn fällt ganz plötzlich ein:

„In unseren Heimtierbestand gehören auch Affen

und einen solchen werden wir uns nun anschaffen.“

Mutter verliert die Beherrschung, ruft voller Erregung:

„Kommt nicht in Frage, du spinnst“.

Im Hintergrund der Junge grinst.

Die Familie findet jedoch schnell das Ziel:

Affen zu hause, das wäre wirklich zu viel!

Schon schlimm genug, wie sie leben im Zoo,

auch dort werden die Tiere offensichtlich nicht froh.

Man weiß, dass ihnen die natürliche Umwelt fehlt,

es geht aber nicht um sie, oft ist es die Attraktion, die zählt.

Wohlsein in ihrem Käfig täuschen vor die Affen,

weil bei ihren Spielereien gern die Menschen gaffen.

Der Vater lenkt ein und sagt: „Ja, wir müssen klären,

welche Tierarten für Wohnungshaltung richtig wären.“

Weil die kleinen Nagetiere meistens ruhig sind,

staunt man, dass ein Hamster zu sprechen beginnt:

„Als primitiven Feldhamster viele mich kennen

und ich will jetzt hier mal einige Wahrheiten nennen.

Heimtiere sind wir nicht im eigentlichen Sinn,

hierfür sind bekanntlich die Goldhamster in.

Solche Tiere leben auch hier mit in diesem Raum,

doch diese unterhalten sich mit uns gewöhnlichen kaum.

Und an uns hat man sogar ein Verbrechen begangen,

auf dem Feld hat man Tiere unserer Art eingefangen

sie hier in enge Käfige gesperrt und weiter vermehrt.

Das sind Handlungen, die finden wir ganz verkehrt.

An Versuchstierlabore verkauft man uns ab und wann

und mit dem Geld schafft man neue andere Tiere an.“

Aufgeregt melden sich zugleich die Mäuse zu Wort:

„Wir dachten, wir seien hier an einem sicheren Ort,

doch auch wir mussten feststellen sehr bald,

die hier tierlieben Menschen sind auch sehr kalt,

wenn es darum geht uns an den Waran zu verfüttern

stört sie es nicht, dass vor Angst wir vorher zittern.“

Jetzt mischt sich der Goldhamster doch mal ein:

„Bei einigen Problemen stimme ich mit euch überein.

So ist kürzlich meine Partnerin an Krebs gestorben,

man hat nicht sofort wieder Ersatz erworben,

obwohl doch alle Menschen ganz genau wissen,

wir werden krank, wenn wir einsam leben müssen.

Sie glauben uns würde ein Hamsterrad genügen,

unser schnelles Drehen damit macht ihnen Vergnügen.“

„Du erhieltst dieses Rad, um dich zu bewegen,

auf die faule Haut würdest du dich doch sonst legen, “

schnieft das Meerschweinchen den Goldhamster an,

weil es selbst auch nicht aus seinem Käfig kann.

Unter den kleinen Tieren entsteht ein heftiger Disput,

sie sind sich einig, nicht allen geht es wirklich gut.

Jede Kleintierart ist für sich in Käfigen eingeschlossen,

das macht einzelne Geschöpfe oft recht verdrossen.

Jedoch die Schildkröte bewegt sich frei im Zimmer

und die unterstreicht: Hier will ich bleiben für immer:

Von diesen Menschen hier keiner Schildkrötensuppe isst,

im Ausland Delikatesse, sie zum Glück bei uns verboten ist.“

„Ja,“ piepsen die weißen Mäuse nun aus ihrem Nest,

„auch wenn man unser Verfüttern an Reptilien zulässt

geht es unseren Verwandten, den Feldmäusen, schlimmer,

als Schädlinge werden sie bekämpft immer und immer.

Aus ihnen hat man uns mit weißem Fell gezüchtet

und wir haben schon manch Besonderes verrichtet;

wir sind bei Zauberern aus Hüten gesprungen

und als „weiße Mäuse“ ist es uns gelungen

an Straßenkreuzungen den Verkehr zu regulieren,

wenn Technik versagt und wir den Schutz verlieren.“

Zum Schluss bedanken sich die Meerschweinchen noch,

sie staunen, denn diese Menschen wissen tatsächlich doch:

„Man zwang uns früher mit Kaninchen zusammen zu leben

damit ist absolut nichts Natürliches gegeben,

im Tagesrhythmus und Körpersprache wir uns unterscheiden,

darum sollte man unser Zusammenbringen besser vermeiden.“

Einige Tierarten wurden deshalb auf dem Balkon verbracht.

In Fortsetzungen hören wir, was man mit diesen macht.

Bild zum Gedicht Fiktive Tiergespräche 8. Fortsetzung (Kleinnager u. a.)

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