Ernst Dr. Woll

Hühnerstreitigkeiten 1. Beitrag

Ein Hahn im Zuchtbetrieb fragt seine Hühnerschar:

„Wisst ihr denn noch wie schön es früher war?

Selbst Erlebtes, von Ahnen gehörte Geschichten,

über dieses Spannende will ich euch berichten:

Ihr Hennen habt unsere vielen Nachkommen

immer in umfassende Betreuung genommen.

Ausgewählte Eier, die in Brutnester kamen,

befruchtet mit unserem männlichen Samen,

habt ihr anschließend geduldig ausgebrütet

und die geschlüpften Küken wohl behütet,

habt ihr sie beschützt und ihnen gelehrt

huhngerechte Lebensweise, die sich bewährt.

Leider können wir heute nicht verhindern

einen grausamen Umgang mit unseren Kindern.“

 

Von den Hennen kommt aber sofort

eine widersprechende, gackernde, böse Antwort:

„Das soll damals schöner gewesen sein?

Du machst dich mit Menschenmeinung gemein,

besonders Senioren das Frühere besser nennen

aber weibliche Bürden nicht erkennen.

Vorherrschaft fast aller männlichen Wesen

ist bis heute immer bestimmend gewesen.

Auch du bist ein eingebildeter Gockel,

unsere Beweise mögen dich holen vom Sockel

auf dem sitzend, du dir getraust zu denken

könntest von Gleichberechtigung ablenken.“

 

Der Hahn mit lautstarkem Krähen nun meint:

„Euere Reaktion mir unberechtigt erscheint,

da wollte ich euch Hühnermütter mal ehren,

warum beginnt ihr euch dagegen zu wehren?

Vielleicht müsst ihr dazu erst genauer erfahren

was früher artgerechte Hühnerhaltungen waren.

Das Wichtigste war unser Paarungsverhalten

für das bei Haushühnern andere Regeln galten.

Vogelhähne umwerben meistens in der Natur

im Liebesspiel die Weibchen mit Bravour.

Beim Hausgeflügel die Menschen aber züchten,

Tiere müssen auf viel Natürliches verzichten.

Auch hier in der modernen Hühnerzuchtfarm fehlt

was zum glücklichen Hühnerdasein zählt.

Im traditionellen Bauernhof, da hatte ich Glück,

denke gern an diese wundervolle Zeit zurück,

dort schlüpfte ich aus dem Ei, wuchs heran,

und ein herkömmliches Geflügeldasein begann.

Erzählen will ich euch nun von jener Zeit

seid ihr zum aufmerksamen Zuhören bereit?“

 

Die Hennen, die zwar Zustimmung bekunden,

haben aber zunächst eine Ablenkung gefunden.

Es läuft an, ein automatischer Futterapparat,

die aufgeregten Tiere stehen nun sofort parat,

gackern, beginnen mit Flügeln zu flattern

und versuchen das beste Futter zu ergattern.

Nach einiger Zeit Stille, alle sind wohl satt,

der Hahn die Erzählplattform nun wieder hat.

An dieses Geschehen knüpft er sofort an,

weil er damit beispielhaft erklären kann

wie Fütterung und die Nahrungsaufnahmen

heute zu neuen modernen Methoden kamen:

„Damals im Bauernhof das sollten wir erkennen

gab es Freude und Spaß bei Hähnen und Hennen,

wenn wir unser Futter immer selber suchten,

Würmer uns gegenseitig abzujagen versuchten.

Schon uns Küken hatten Glucken beigebracht,

was man beim Fressverhalten richtig macht.

Beim Futterautomaten habt ihr aber erfahren,

dass wir da alle recht durcheinander waren,

weil heute auch Geflügelernährung vielfach nicht

unseren herkömmlichen Bedürfnissen entspricht.“

 

Man sieht wie einige Hennen versteckt kichern,

aber nur eine getraut sich laut zu versichern:

„Gackern willst du wieder über das Fressen,

ein Thema, du kannst es einfach nicht vergessen,

wahrscheinlich ist das Futtern dein Lebenselixier,

es macht dir Freude, klar, das akzeptieren wir.

Für die Menschheit ist jedoch Essen ebenso wichtig,

darüber ausführlich zu reden wäre also richtig.

In den weiteren detaillierten Fortsetzugsbeiträgen

kannst du daher Bedeutungsvolles dazu darlegen.“

(Fortsetzung folgt)

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