August Sonnenfisch

Rituale der Zivilisierten




 
Rituale der Zivilisierten


Sie schuften und schuften ...
ein Schuft,
wer zur
Muße und zum Kusse
sie ruft!

Sie malochen und malochen ...
kommen nicht mal
zum Schwofe!


Da weint ihre Katze
bittere
Tränen!


Doch sie machen Furore, sie
funktionieren
und fusionieren:
die zivilisierte Welt verleiht ihnen
für den Frack
das Verdienstkreuz ...
ihrer Seele
sind sie ein Kreuz!


Und ihre Dogge zum
Himmel
heult!


Nichtsdestotrotz lechzen sie
nach Siegen!
Bis zum
Gottesacker
sie rackern und rackern!


Mein Gott!
"Die sie gerufen die Geister,
werden sie
nicht mehr los!"






(c) August Sonnenfisch, 7. August 2006 ff

Das Zitat in der Schluss-Strophe stammt sinngemäßerweise aus:
"Der Zauberlehrling" von Goethe.

Die Langform zu obigen Versen trägt den Titel:
"Bonjour Tristesse - das Lied von der Maloche".
Zur dieser Thematik siehe auch das Sonnenfisch-Poem:
"Abel und Kain".


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"Als der Mensch anfing,
nach Privateigentum zu streben,
traten Gewalt, Betrug,
Diebstahl und Raub auf den Plan.
Bald danach brachen
Stolz und Neid in der Welt aus
und brachten einen neuen Maßstab
des Reichtums mit sich,
denn die Menschen,
die sich bis dahin
für reich gehalten hatten,
wenn ihnen nichts fehlte,
schätzten nun ihr Verlangen
nicht mehr nach
ihren natürlichen Bedürfnissen ein,
sondern nach dem Überfluss der anderen,
und fingen an, sich für arm zu halten,
wenn sie gewahr wurden,
dass ihre Nachbarn
mehr Besitztümer
besaßen als sie selbst."

Samuel Johnson
(1709-1784, englischer Gelehrter)
in: Stanley Diamond
(1922-1991, Poet und Anthropologe, New York):
"KRITIK DER ZIVILISATION",
Campus Frankfurt am Main 1976, Seite 59)


August Sonnenfisch, Anmerkung zum Gedicht

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