Annelie Kelch

Herbstfeuer

Es waren Gefühle, die mich blind machten
Einen trüben Herbst lang
hatte ich mich aufgegeben
wie ein Blatt, das vom Baum fällt,
ohne zu wissen, wo es landen wird

Der Winter brachte Frost
weckte mein träges Herz und schärfte mein Aug'
Ich blickte weit über den Horizont hinaus ...
Irgendwo brannte ein Feuer, das mich lockte

Ich machte mich auf den Weg
und setzte mich davor
Es fraß sich in meine Seele
und wärmte mich ...

Das letzte Gefühl für dich warf ich in die Flammen
und sah zu, wie es darin verglühte,
kratzte die Asche zusammen und füllte sie in ein Glas.
Weshalb vergeht Liebe?, weshalb der Sommer?,
frage ich mich seither. Mein Herz gibt keine Antwort ...

Und wieder lallt mir der Herbst
mit weinseliger Zunge Buntes in Ohr und Aug',
dass ich suchen sollt Helios in der Steinwüste
Aber längst seufzen die Blätter im freien Fall
und ich will Zeugin sein, wenn mein Ahorn stirbt

 


 

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