Annelie Kelch

Gedanken – im Intercity

Im Intercity – ich

mit entgleisten Zügen

in falscher Richtung

 

Großstadt erwacht

hinter der Nebelwand

verschwommene Lichter

 

Fukushima –

der Mond hat keinen Einfluss mehr

auf den Reis

 

Reglos –

die dicke Spinne in ihrem Netz

will nur ihre Ruhe

 

attic –

the very old stamps

on grandpa's love letters

 

(Dachboden –

die alten Briefmarken

auf Großvaters Liebesbriefen)

 

Reichsbundtour –

Ich zittere vor jeder Tür

und vor großen Scheinen

 

Krieg der Steine –

Sharifs gebrochene Hand

schmerzt immer noch

 

Todestransporte –

Der Mond spiegelt sich

im Schienenglanz

 

Heuschreckengezirp –

Wie weit willst du noch gehn?

Der Krieg ist doch – aus ...

 

Krieg der Steine:

Auslöser der Ersten Intifada war der Zusammenstoß eines israelischen Militärlastwagens mit zwei palästinensischen Taxen am 8. Dezember 1987. Dabei starben in der Nähe des Grenzübergangs Erez vier Palästinenser. In den Palästinensergebieten vermutete man einen Vergeltungsakt für einen kurz zuvor im Gazastreifen erstochenen Israeli. Es ging nämlich das Gerücht um, der Fahrer des LKW sei ein Verwandter des Ermordeten. Die bereits 1986 in Hebron gegründete Hamas machte sich die Unruhen zunutze, übernahm die Führung und schürte Aufstände gegen israelische Soldaten, in denen sich „die Wut der palästinensischen Jugend“ auf die Besatzer entlud. Während der Begräbnisse der vier Toten im Gazastreifen kam es zu Massendemonstrationen und Ausschreitungen. Im Gazastreifen und dem Westjordanland gingen die Palästinenser auf die Straßen, Kinder im Alter von fünf bis zwanzig Jahren warfen Steine auf die israelischen Panzer und Autoreifen wurden in Brand gesteckt.

Steinewerfern wurden von Soldaten die Arme und Beine gebrochen, ein Videobericht davon schockierte die ganze Welt. Der israelische Verteidigungsminister hatte die Armee aufgerufen, mit „Macht, Kraft und Prügel“ die Ordnung wiederherzustellen und erhielt daraufhin in der arabischen Welt den Beinamen „Knochenbrecher“. Ein Regierungssprecher hat nämlich erklärt, „wenn die Truppen seine [eines Steinewerfers] Hand brechen, ist er für 1 1/2 Monate nicht mehr in der Lage, Steine zu werfen.“ Tatsächlich wurden daraufhin plalästinensischen Kindern (ab ca. 5 Jahren) die Arme und/oder Hände gebrochen.

 

 

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