Paul Rudolf Uhl

Das Festtagsmahl

   

Middog is  – und Weihnachts-Sonndog,

ganz a houcha Feiadog…

Schweinas  gibt’s  und Reibaknedl,

weil i des so gern hojt mog…

 

Frische Bluat-und Lebawürscht, ja –

de sand aa no mit dabei…

Unsa Bua ziahgt d Nosn auffe,

er mecht liaba Spiagl-Ei…

 

Sitz ma so im Speisezimma,

um den groußn rundn Disch,

de ojd Oma sehgt ned gscheid und

moant: „Heit  gibt’s doch gwieß an Fisch?“

 

Unsa Dirndl is recht hoagli,

und se mechat  bloß a Suppn,

mit so Pfannakuachastreifn,

hat am Schoß ojwei ihr Puppn.

 

Medizin muaß Opa nehma

aus an dunklbrauna Flaschl.

Zähnd sucht er iatzt, seine drittn

und er findt s im Leibetaschl.

 

Aufn Disch stehngan d Getränke,

dann kimmt s Essn no dazua.

D Knedl rauchan aus da Schüssl,

und a Fleisch gibts nedda gnua…

 

Vor mia steht da Festschmaus. I moan,

bessa konn s ja goar ned riacha!

Bet ham mia heit ned – mia woarn ja

oa Stund eh scho in da Kircha…

 

Ojs woar prima, doch do landt a

so a ganz a dicke Fliagn

direkt auf mein Reibaknedl

und i moan, i werd se kriagn!

                      

Dass se schnej is, hob i glei gspannt:

Kaum hob meine Händ i grüaht,

woars  scho fort und hat aa glei vo

Opa‘s Lebawurscht probiert.

 

Ja – vo mia aus kunnt s a Fleisch kriagn,

aba draußt auf da Terrass,

grod herinna muaß a Ruah sei,

da mog i s ned sehgn, des Gfraß!

 

Mit an Gschirrtuach, ja do schlog i

um mi rum wia a Propella,

i hob s ned dawischt, des Luada,

leida  bloß an Suppntella…

 

S Dirnd woant, da Bua er lacht und

d Frau schaugt her ojs wia da Teife.

Ob de Fliagn i heit dawaisch no,

hob in wirkli meine Zweife…

 

Sie  kreist üba unsre Köpf rum

und landt drobn an da Deck‘

I konn so hoch ned nauf glanga,

wann i mi aa no so streck…

 

Iatz hob i an Kriag erklärt ihr,

de Sach ziahg i iatzad durch!

Steig an Stuhj nauf, mach mi lang und

in da Rechtn hob i s Tuach…

 

Des waar ja des ollascheena,

wann i aufgebm iatzad daad!

Koane zehn Sekundn späta

hat s mi aba owe draht:

 

S Gwicht woar zweit nach vorn valagat

und da Fuaßbodn woar frisch putzt,

deswegn is mei Untasatz hojt

schnej nach hintn wegga grutscht.

 

Mia is sowos nia passiert no

und i konn aa nix dafier…

Hundat Scherbm liegn umand vo

unsan scheena Festdogs-Gschirr!

 

D Frau hat d Bluatwurst aufn Schoß und

aa des ganze Sauerkraut.

D Schwiegamuadda is ganz nass, sie

hätt mia gern ins Gsicht nei ghaut…

 

Ihra Kirchngwand – voj Soß is

glei vom Krogn bis zu de Knia,

Zwiefering hat s an de Ohrn – mei –

So dabärt woar se no nia!

 

Mei ganz Gstej liegt auf n Disch drobm,

bloß da Bua, der konn no lacha,

krabblt durch  bei meine Füaß und

mecht vo mia a Foto macha…

 

„Kriagst a Watschn!“ sog i zua eahm,

weil i find des goar ned schee…

Neamand frogt mi, wia s ma geht und

i muaß ganz alloa in d Höh!

 

Grod da Opa nimmts gelassn:

Auf da Beng hat er wos gfundn -

S Wammerl und sei Lebawurscht, er

kimmt damit leicht üba d Rundn…

 

I kriach ausm Speisezimma,

mi schaugt koana heit mehr o,

bloß de dicke, fette Fliagn, de

is scho wieda an mia dro!

 

Landt  am rechtn Obaschenkl!

Für mi is a guade Stej…

Hat des Mistviech untaschätzt mi,

aba desmoj bin i schnej:

 

Oamoj hi ghaut und vabei woar s,

iatzt hob i vor ihr mei Ruah!

Hart erkämpft hob i mein Sieg - de

hat mi g ärgat wirkli gnua…

 

Noch ra Stund woar ojss vabei, dann

samma  beiananda gsessn.

Pizza-Service woar de Rettung

desmoj für des Festdogs -Essn…

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