August Sonnenfisch
Weihnachten alle Tage
Weihnachten alle Tage
Jedwede Geburt eines Menschen
hienieden
ist eine
W e i h n a c h t:
die Geburt
eines
Gottessohnes in nuce,
oder einer
Gottestochter in nuce!
Niedergekommen
aus den
Himmeln.
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Jesus der Nazarener aber
war nur eines der
Kinder Gottes
in unsrer Galaxie von göttlichen Kindern:
Ebenbilder des Höchsten -
geschaffen von den Göttern
in uns und um uns.
Doch dieser erhabene Nazarener
ward in seiner
Jordantaufe
von den Göttern beschenkt:
zum erwachenden Erwachsen beseligt
und beglückt -
gleich einem Buddha,
einem Meister Eckhart von Hochheim,
einer Marguerite Porète,
einer Mechthilde von Magdeburg!
Beschenkt,
seiner selbst inne zu werden
und innezusein:
Eins zu sein mit dem göttlichen
Seinsgrund in uns -
der auf uns wartet,
ohne
zu warten!
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Denn jedwede Geburt eines Menschen
hienieden
ist eine
W e i h n a c h t:
die Geburt
einer
Gottestochter in nuce
oder eines
Gottessohnes in nuce!
Niedergekommen
aus den
Himmeln.
(c) August Sonnenfisch: Eutingen/ Baden,
am 12. Dezember 2017 ff
Post Sciptum:
ich erinnere mich noch daran,
wie beleidigt ich war,
als ich mir vor Jahren
eben dies anhören musste:
dass der "Christus Jesus" mitnichten Gottes Sohn im engeren Sinn,
sondern eine besonders reife und erwachte
Menschenseele gewesen sei,
mit der Mission, den Menschen des Judentums
in ihrem Streben zum Höchsten ein Wegebereiter, Vorbild und Lehrer zu sein.
- Und jetzt kam mir eben
diese Sichtweise in den Sinn!
Vorheriger TitelNächster TitelVORSTEHENDES GEDICHT ist aus mir selber herausgekommen - jedoch, einmal niedergeschrieben,
recherchierte ich, was Martin Buber (1878-1965)
und Schalom Ben-Chorin (1913-1999)
zu Jesus von Nazareth gesagt:
Martin Buber in "Zwei Glaubensweisen",
Gerlingen 1994, Seite 15:
"Jesus, den Nazarener, habe ich von Jugend auf als meinen großen Bruder empfunden. Dass die Christenheit ihn als Gott und Messias angesehen hat und ansieht, ist mir immer als eine Tatsache von höchstem Ernst erschienen, die ich um seinetwillen und um meinetwillen zu begreifen suchen muss … "
Schalom Ben-Chorin in
"Zwiesprache mit Martin Buber", 1966, Seiten 135-136:
"Von den messianischen Gestalten der jüdischen Geschichte, von Bar-Kochba (+ 135 nach Christus)
bis zu dem Lügner Jakob Frank (1726-1791),
ist Jesus, der Nazarener, die erhabenste,
die großartigste - aber der Messias ist er nicht …
Die Welt blieb auch nach ihm unerlöst, und wir spüren,
wie diese Unerlöstheit
uns direkt in die Poren dringt …"
Martin Buber in "Pfade in Utopia" (1950),
Heidelberg 1985, Seite 378:
"Ich gehe davon aus, dass die jüdische Gemeinschaft
im Zug ihrer Wiedergeburt Jesus, den Nazarener, rezipieren wird, und zwar nicht bloß
als eine große Figur ihrer Religionsgeschichte, sondern auch im lebendigen Zusammenhang
eines sich über Jahrtausende erstreckenden messianischen Geschehens, welches in der Erlösung Israels und der Welt münden wird.
Aber ich gehe ebenso fest davon aus,
dass wir Jesus nie als gekommenen Messias
anerkennen werden, weil dies dem innersten Sinn unserer messianischen Leidenschaft …
widersprechen würde.
In das mächtige Seil unseres Messias-Glaubens
ist kein Knoten geschlagen ..."
August Sonnenfisch, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.12.2017.
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