Ingo R. Hesse

Der Stresstest zum Stressfest Teil 3

Dort drunten in der Unterstadt,

Wo Geld man kaum, doch Knaller hat,

Wird schon seit Tagen viel geknallt,

So dass es durch die Straßen hallt.

 

Wo sonst Kebab und Gyros-Duft

Trübt Phosphor-Dampf und Rauch die Luft.

Doch sind die Knaller nicht gestohlen,

Nur importiert aus Mittel-Polen.

 

Der kleine Dennis ist erst acht,

Und hat schon zweimal mitgemacht.

Beim ersten Mal ging etwas schief,

Weil er noch viel zu langsam lief.

 

Es traf ihn ein Raketen-Rohr,

Seitdem fehlt ihm das linke Ohr.

Auch lief für ihn das zweite Jahr,

Nicht besser als das erste war.

 

Beim Füllen der Konservendose,

Mit Zunder und Salmiak-Glukose,

Fiel flugs hinein der Kippe Glut,

Weshalb ein Daumen fehlen tut.

 

Der Mehmed aus dem Nachbarhaus,

Kommt mit einem Gürtel raus.

Und Dennis will behilflich sein,

Steckt hinten auch Raketen rein.

 

Antonio mit beiden Händen,

Trägt etwas aus Armeebeständen.

Sie trollen sich zur Oberstadt,

Wo bisher jeder Ruhe hat.

 

An PKWs der Oberklasse,

Ins Auspuffrohr mit Dichtungsmasse,

So wollen sie dort bald verbreiten,

Die mega-lauten Fröhlichkeiten.

 

Doch noch bevor sie angekommen,

Hat Martinshörner man vernommen.

Und Blaulichter in schwarzem Rauch.

Oje, ist das hier auch jetzt Brauch?

 

Sie schleichen sich hin zu der Stelle,

An der des Rauches Trümmer-Quelle.

Es traf das Haus des Fabrikanten,

Dessen Sohnemann sie kannten.

 

Nach vielem „Boh!“ und manchem „Alder!“

Fiel ihnen ein, er heißt Hans-Walter.

Er ist Student und hochbegabt,

Hat hier wohl etwas Pech gehabt.

 

Die drei, von Ehrfurcht durchgeschüttelt,

Hat dieses Unglück aufgerüttelt.

Als erstem wird es Dennis klar,

Der bisher wohl der Ruhigste war.

 

„Was ich hier seh‘ ist reine Kunst!“

Man trägt Hans-Walter aus dem Dunst.

Auch Mehmed und Antonio,

Stimmt diese Leistung wirklich froh.

 

Sie wollen dringend auch studieren,

Und dabei keine Zeit verlieren.

So wird mal wieder völlig klar,

Dass hier ein Unglück Chance war.

 

Und auch dass schon ein Vorbild reicht,

Das jungen Starrsinn sanft erweicht.

 

 

Fortsetzung folgt, … möglicherweise. ;-)

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