Claudia Ramm

Du fehlst

Ich sitze hier und grüble schwer
wo kommt die Langeweile her?
Hab nichts zu tun, viel freie Zeit
und den Urlaub jetzt schon leid!

Was soll ich mit den Tagen tun,
viel zu viel Zeit um Auszuruhn.
Zum Lesen hab ich keine Lust,
die Hausarbeit bringt nur viel Frust.

Und ständig Gassierunden drehn,
das ist zwar für die Hunde schön,
doch fehlt mir wer zum Unterhalten,
kann nur das I-Pot an noch schalten.

Das dudelt mir die Ohren voll,
für den Moment ist´s gut, na toll!
Doch komm ich dann zu Hause an,
ist das Grübeln wieder dran.

Der Tag hat 24 ig Stunden,
wie krieg ich die nur Überwunden?
Ich schaue Fernsehn lange Zeit,
dann steht mein Bett für mich bereit.

Ich schlafe mit Musik im Ohr,
im Traum steh ich vor einem Tor,
du stehst darin , getrennt von mir,
auch wie gern wär ich bei dir!

Ich vermiss dich Tag und Nacht,
hab lange schon nicht mehr gelacht.
Wir waren so ein tolles Paar!
Jetzt bin ich ganz alleine da.

Du musstest gehn an einen Ort,
der unbekannt und ganz weit fort,
und nur im Traum kann ich dich sehn,
doch niemals wirklich zu dir gehn.

Und wenn ein neuer Tag beginnt,
der Traum vergeht, wie Sand verrinnt.
Ich stehe auf und frage mich:
Was soll ich machen ohne dich?

In diesen freien, leeren Stunden,
schlägt mir die Trauer tiefe Wunden.
Bekomme mich nicht aufgerafft,
mir fehlt dazu die nötge Kraft.

Doch wenn ich darf zur Arbeit gehn,
kann man mich wieder lachen sehn.
Und ein Besuch von unsren Kindern,
kann meine Trauer sehr gut lindern.

Kaum sind sie fort, die Arbeit aus
und ich bin ganz allein zu Haus,
weiß ich nicht´s mehr an zu fangen,
als mich von Stund zu Stund zu hangen.

Ich stricke Socken, surf im Netz,
doch nicht´s ist da was dich ersetz.
Deine Liebe, deine Art,
sind tief in meinem Herz verwahrt.

Ich weiß nicht, was noch werden soll,
das Leben treibt´s mit mir arg doll.
Ein bisschen Glück tät mir jetzt gut
und gäb mir neuen Lebensmut.

Ich raff mich auf und pack es an,
lass Wehmut nicht mehr an mich ran.
Will doch noch vieles hier erreichen!
Die Langeweile, die muss weichen!

Gesagt, getan, ich muss jetzt fort,
ich will verlassen diesen Ort.
Ich sag bis bald, lasst euch nicht hängen,
vom Schicksal in die Ecke drängen!

Man lebt nur einmal, das ist wahr!
Darum mach ich mich jetzt auch rar!

Bis bald :-)

(c)Claudia Ramm


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.01.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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