Manfred Sander

Der Haufen

Liebe, Haß und Glück und Leid, das sind beliebte Themen,

die Dichter gerne jederzeit für sich in Anspruch nehmen.

Doch wenn es um n?en Haufen geht, dann bleibt die Feder still,

denn weder früh noch abends spät ein Mensch das lesen will.

Wenngleich man keinen Haufen mag, will ich doch von ihm schreiben,

präsent ist er ja Tag für Tag, und so wird?s immer bleiben.

 

Geboren in der Magengruft muß er im Darm sich winden,

und findet dann die frische Luft am Körper weiter hinten.

Zwar ist er nicht schön anzuseh?n, doch substantiell sehr fein

kann er aus ed?ler Speis? bestehn, vermengt mit gutem Wein.

Der Mensch dies nicht zu schätzen weiß, wert ist er ihm kein Wort,

für ihn ist?s ganz normale Scheiß?, drum spült er ihn schnell fort.

 

Der Mensch seit je ein Sammler ist, die Haar? könnt? man sich raufen,

er sammelt jeden and?ren Mist, doch niemals einen Haufen.

Obgleich in Form und Farbe er sich selten gleichen tut,

mal dick, mal dünn, mal leicht, mal schwer, man findet ihn nicht gut.

Es wäre dabei gar nicht schwer, man brauchte sich nur bücken,

und ihn dann grade oder quer in ein Gefäß zu drücken.

 

Der Mensch der ist doch wirklich toll, den Haufen zu verstimmen,

drum manchmal, wenn er kommen soll, bleibt er ganz einfach drinnen.

Und hat er mal ganz schlechte Laun?, man findet?s gar nicht nett,

dann findet man fast wie im Traum ihn morgens früh im Bett.

Doch schlimm ist seine Rache dann, er stellt den Mensch ganz bloß,

wenn er soviele wie er kann läßt in des Feindes Hos?.


Und auch beim Wandern ist er da, tut keinen sehr beglücken,

wo weder Busch noch Schutz ist nah, läßt er es kräftig drücken.

So muß man in die Hocke geh?n und freien Lauf ihm lassen,

drum kann man auch die Leut? versteh?n, die ihren Haufen hassen.

Hat man?s getan und ist befreit, will man schnell weitergehen,

und keinesfalls ist man bereit, den Haufen anzusehen.

 

Doch mit der Zeit er ganz zerfällt und gibt dem Boden Kraft,

und später eine Pflanz? erzählt, was so ein Haufen schafft.

Und die Moral von der Geschicht?, es ist nicht übertrieben,

verachte Deinen Haufen nicht, Du mußt ihn ja nicht lieben,

dann wird er Dir für alle Zeit das Leben leichter machen,

und Du kannst voll Zufriedenheit darüber kräftig lachen.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Manfred Sander).
Der Beitrag wurde von Manfred Sander auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.02.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • manfredsandert-online.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Manfred Sander als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Zärtlichkeiten von Hartmut Pollack



Immer stärker schlägt sich im alltäglichen Leben eine Entwicklung zur sozialen Kälte in Deutschland aus. Viele Menschen wurden in die wirtschaftliche Verunsicherung geworfen, oft ohne ihr eigenes Verschulden. Gegen diese Politik der Sozialkälte können wir Menschen häufig nur unsere innere Menschlichkeit setzen. Mit Zärtlichkeit führt der Weg zurück zu Liebe, Sehnsucht und in Träume.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (5)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Humor - Zum Schmunzeln" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Manfred Sander

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Klagelied der Erde von Manfred Sander (Kurzgedichte / Kurze Gedichte)
DER NUSSKNACKER von Christine Wolny (Humor - Zum Schmunzeln)
Bestimmter Himmel von Werner Malkowski (Besinnliches)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen