Gerwin Degmair

Ja - so kann´s gehn


Ja - so kann's gehn

Wenn es stimmt, wie viele sagen,

Minne gehe durch den Magen,

muss man dabei doch auch wissen,

Minne erst bringt Lust auf Küssen,

es muss ihr aber auch gelingen,

wieder heil herauszuspringen.

 

Drum - ist der Magen randvoll Minne,

macht's wohl Sinn, man hält kurz inne,

um dem Mäuschen sein zu sagen:

Du - mir stopft die Minne so den Magen

grad - verzeih mir bitte sehr -

ich komm morgen wieder her.

 

Nein nein - mein Mäuschen fröhlich lachte,

mir ein Abführmittel brachte

und nur noch an Minne dachte,

was mir am Gefieder kratzte,

weil ihr schon das Mieder platzte.

 

Also blieb ich da und - sachte

ging ich ihr ans Eingemachte,

zielte ich doch stangengrade

auf die selbstgemachte Marmelade

meines Mäuschens Scheherazade - - -

 

Entzaubert durch solch Eskapade

piepst' es nur noch: schade - schade!

und sang traurig die Kaskade

seiner Minne Schmerz-Ballade.

 

Ergriff mich nun doch Mitgefühl,

sprach ich zum Mäuschen mit Kalkül:
 

Schau, man kann's auch so mal sehn:

Minne ist ein Phänomen,

rätselhaft und doch lösbar

festgefügt doch unhaltbar

strahlend und doch unsichtbar

mitreißend doch unscheinbar

harmlos und doch sonderbar

dunkel und doch sonnenklar

und doch - immer - wunderbar.

 

 

Da tönt das Mäuschen - kalt wie Eisen:

"das musst Du mir erst mal beweisen!"

Und rief dann noch- es blieb kurz stehn -

"falls jemals wir uns wiedersehn!"

Ja - so kann's gehn!

 

Aber auch so,

denn so wollte ich's nicht,

schrieb also noch schnell  dies Gedicht,

auf dass den "Krieg" ich noch gewinne,

bei meinem Magen voller Minne,

die Hoffnung ja zuletzt erst stirbt -

falls dies Dir nicht die Frau verdirbt,

die schnell den Sieg für sich erklärt,

solang noch Minne in Dir gärt,

drum siegen Männer nur so selten,

zumal sie als bescheiden gelten,

was eine Frau nicht nötig hat,

rein emotional ein Nimmersatt,

doch das steht auf ganz andrem Blatt....

 

Als ich dem Mäuschen so geschrieben,

schrieb es zurück – leicht übertrieben:

"solch' Blatt kannst Du alleine lesen,

mich reizt Du wie ein Küchenbesen!"

 

ammerseer - Feb./Mai 2018

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Gerwin Degmair).
Der Beitrag wurde von Gerwin Degmair auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.02.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Das wilde Kind von Hameln von Bettina Szrama



Der aufsehenerregende Fall des Wilden Peter von Hameln 1724: Das Auftauchen eines verwilderten Knaben nahe Hameln sorgt für Spekulationen und Mutmaßungen am kurfürstlichen Hof von Hannover. Der Kommissar Aristide Burchardy ermittelt in der mysteriösen Angelegenheit. Doch der wilde Peter, wie er fortan von den Hamelnern genannt wird, will nicht sprechen und führt sich wie ein Wolf auf. All dies interessiert Aristide allerdings weniger als das kurfürstliche Wappen auf dem Hemdfetzen, den der nackte Wilde um den Hals trug. Peter wird im Armenhaus untergebracht und trifft dort auf Grete, die Tochter des Aufsehers. Unbemerkt bringt sie sich in den Besitz des einzigen Nachweises über Peters Herkunft. Der armen Kreatur verbunden, flieht sie mit Peter und begleitet ihn auf seinem abenteuerlichen Weg bis an den englischen Königshof Georg I. Nicht nur dieser, auch ein Celler Zuchthausaufseher, ein englischer Lord und eine hannoversche Prinzessin hegen ein auffälliges Interesse für den Wilden. Immer wieder kreuzen sich dabei Aristides und Gretes Wege, bis er ihr, in seinem Bestreben in den Besitz des Hemdfetzens zu kommen, das Leben rettet. Als er endlich hinter Peters Geheimnis kommt, muss er erkennen, dass er selbst ein wichtiger Teil in dieser Geschichte um Macht, Mord und Intrigen ist. Hat seine Liebe zu Grete trotzdem eine Chance? …

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Liebe" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Gerwin Degmair

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Adam und Eva zum zweiten von Gerwin Degmair (Humor - Zum Schmunzeln)
Geschenk von Edeltrud Wisser (Liebe)
HERBSTVERFÜHRUNG von Christine Wolny (Autobiografisches)