Bernhard Pappe

Blick aus dem Fenster

 

Der Blick aus dem Fenster ist mir angenehm,

ein Haus, ein Garten, ein sanfte Berglandschaft.

Der Blick aus dem Fenster ist mir gewohnt,

denn ich sehe ihn an jedem Tag, den ich hier verweile.

 

Der Blick aus dem Fenster gleicht sich Tag für Tag

und doch ist die Landschaft immer anders.

Der Blick aus dem Fenster zeigt nicht immer die Frau auf dem Feld,

er zeigt mal Tiere, mal Menschen, mal Wolken, mal den Wind in den Bäumen.

 

Der Blick aus dem Fenster ist real,

ich kann in diese Landschaft treten und mich in ihr bewegen.

Der Blick aus dem Fenster ist für mich da.

Ist seine Gestalt so, weil ich sie so haben will?

 

Der Blick aus dem Fenster, ihn erschafft mein Hirn,

es fügt all die Information zu diesem Bild für mich zusammen.

Der Blick aus dem Fenster als kollabierende Wellenfunktionen

von millionenfachen Teilchen, die sich manifestieren, weil ich sie beobachte?

 

Die Gedanken eines Physikers, der aus dem Fenster blickt,

keine Wirrheit, nur Konsequenz und Philosophie einer Theorie.

Erschafft mein Blick aus dem Fenster auch diese alte Frau?

Sie schert sich nicht darum, nimmt ihren Rechen und verlässt die Wiese.

 

Der Blick aus dem Fenster, eine Kulisse, in der das Leben spielt?

Menschen treten aus dem Haus gegenüber, irgendwo ein Liebespaar,

vielleicht Glück, vielleicht Streit; nur keine Soldaten,

denn ein Krieg zerstört den Blick aus dem Fenster.

 

Ich blicke aus dem Fenster, erfreue mich an friedlicher Landschaft,

die so vieles enthält, die jeden Tag für mich wiederkehrt aus einer Nacht.

Warum blicke ich bei Tag aus dem Fenster, warum nicht bei Nacht?

Wartet dann die Landschaft mit Geheimnissen auf?

 

Die Wolken sind verzogen und die Landschaft strahlt im Licht,

ich werde hinausgehen, in ihr die Spuren des Regens finden,

Neues finden, was mir der Blick aus dem Fenster nicht offenbart,

ich werde einen neuen Blick auf die Landschaft haben.

 

© BPa / 06-2013

 

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