Klaus Ortmann

Kapitän(in) Merkel

Kapitän(in) Merkel

Klaus Ortmann

 

Unser/e Kapitän(in) hatte nie alles im Griff

auf diesem durch und durch maroden Schiff.

Entweder entschied sie falsch oder ließ vieles schleifen,

was, wenn man bei Verstand ist, kann nicht begreifen.

 

Wird von blinden Passagieren gemordet an Bord,

verliert sie darüber nicht mal ein einziges Wort,

denn der Charterer hat sie straff in der Hand,

so daß sie tun muß, was er auch immer verlangt.

 

Unser Schicksal ist ihr gelinde gesagt schnuppe,

weil sie uns nicht für beachtenswert hält als Gruppe

und schachert mit Fremden auf schamlose Weise

gegen unsere berechtigten Anliegen auf jeder Reise.

 

Zudem läßt sie uns immer wieder herablassend wissen,

daß wir ihr unseliges Geschachere hinnehmen müssen.

Drum laßt uns feiern, vögeln, besinnungslos besaufen

damit wir nix merken, wenn wir demnächst alle ersaufen.

 

Denn tun wir nichts, um unsere Lage zu verbessern,

liegen wir bald hoch und trocken in flachen Gewässern

und gammeln und rosten vor allen Augen vor uns hin.

Macht das für unser Dasein überhaupt einen Sinn ?

 

Doch „Halt“, die viel bessere Möglichkeit wäre

in dieser total verkorksten, verfahrenen Affäre :

Wir werfen den Kapitän im hohen Bogen über Bord,

kennzeichnen noch mit einer Rettungsboje den Ort,

damit andere dieses  Goldstück  auffischen können,

denen wir ihren Bockmist mit Wonne dann gönnen.

 

Tauschen sofort aus das von ihr ausgesuchte Personal,

was uns als Mannschaft immer mehr wurde zur Qual,

dichten danach ab jedes von ihr verursachte Leck,

um wieder in die Waagerechte zu bekommen das Deck.

 

Wählen dann eine Schiffsführung mit Format,

die auf Zusammenarbeit steht, nicht auf Verrat.

Spucken dann in die Hände und schreiten zur Tat,

um alle Schäden festzustellen und deren Grad.

 

Die marode Maschine setzen wir als erstes in Gang,

die nur noch unrund lief auf fünf Kolben bislang

weshalb wir mehr und mehr an Fahrt verloren,

fast zu Schrott fuhren die Schiffsmotoren.

 

Das Schiff sieht aus, wie geführt von einem Säufer,

erkennbar nur noch als Schrott oder Seelenverkäufer.

Einer kompletten Überholung wird es dann unterzogen,

total vom Rost befreit, alles Krumme gerade gebogen.

 

Viel Zeit, Arbeit, Schweiß und Geld wird es uns kosten,

den verwahrlosten Seelenverkäufer zu entrosten,

um alles wieder auf Vordermann zu bringen,

was die Vorgänger fahrlässig an Sünden begingen.

 

Hoffentlich wird uns das schnellstens gelingen.

 

Sind wir nach harter Arbeit wieder frohen Mutes

denn entweder man läßt es ganz oder man tut es,

steuern wir stolz einen klaren Kurs in die Zukunft

und sind wieder voller Zuversicht für unsere Zunft.

 

Sollte uns dieser Wurf über Bord aber nicht gelingen,

können wir getrost uns als Versager besingen,

und sofort wieder mit dem Totsaufen beginnen,

denn dann fehlt‘s uns an Mut all dem zu entrinnen.

 

Dann passiert das, was öfter geschieht, habt acht :

Im Ruhrpott sagt man dazu :

„Dann ist Hängen im Schacht !“

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