Brigitte Waldner
Die Hintergartenlaube
Im Garten hinter einem Holzhaus steht die Laube,
ein Sonnenschirm in Grün beschattet sie,
umrankt wird sie von einer blütenreichen Rebe,
die aus den großen Töpfen wächst, wie aus Magie.
Die Menschen sitzen dort zu Mittag, wie auch abends,
sie grillen jeden Sommer dort ihr Fleisch;
es sind Bewohner, die sehr viele Freunde haben,
nicht immer einfach sagt ein Nachbar, der es weiß.
Die meisten davon tragen einen dunklen Schnauzbart,
ganz harte Züge ziehen durchs Gesicht,
ihr Lachen klingt verwegen, dunkel, so nach Abart,
begegnen möchte Frau im Finstern ihnen nicht.
Ein starker Tisch aus Holz und links und rechts die Bänke
mit Pölstern, dass man komfortabel sitzt,
sind aufgestellt, geschützt von einer Abdeckplane,
die über jenem Riesenschirm befestigt ist.
Die Leute dulden keinen Einblick in den Garten,
ein Nachbar darf der Laube nicht zu nah,
der Zaun ist eine hohe Bretterwand aus Hölzern,
Parfümgeruch in Überdosis reichlich da.
Bewegungsmelder sind montiert in jeder Höhe,
und starke Scheinwerfer sind nachts das Licht,
Alarmsignale bimmeln stundenlang und siehe,
auch Kameras sind installiert auf weite Sicht.
Zigeuner tanzen gut und spielen klangvoll Geige:
Gemurmel hört man, aber nicht Musik.
Was geht nur vor in der geheimnisvollen Laube?
Erfahren wird man nichts von dem Geschick.
Die Anlage zur Überwachung ist begründet,
die Menschen und der Garten sind gepflegt.
In dieser Gegend wird geschädigt und geplündert,
doch wurde auf die Laube nie Verdacht gelegt.
© Brigitte Waldner
Foto: © Brigitte Waldner „Laube“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2018.
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