Horst Fleitmann

Namenloser Hering

Ein Heringsschwarm schwimmt unentwegt
im Meer vor Wilhelmshaven.
Schwarm-Fische sind unaufgeregt
vor allem wenn sie schlafen.

Die Schwarmintelligenz zeigt sich
sehr häufig,  grad bei Fischen,
doch wenn er pennt, der Schwarm, denk ich
lassen 's sich leicht erwischen.

So stieg ich fröhlich in ein Boot
wollt' Heringe mir angeln
und kam sehr schnell in Anglernot:
An Selbigen tat's mangeln.

Frustriert ruderte ich zurück
In meinen Heimathafen,
aß von dem Vortags-Aal ein Stück,
leg mürrisch mich dann schlafen.

Ein Freund sagte mir später dass,
aus Überlebensgründen,
ungern ein Fisch verlässt das Nass,
sonst landet er in Schlünden.

Verständlich, dachte ich bei mir,
so'n Fisch hängt auch am Leben.
Bevor ich's Angeln doch quittier,
holt' ich mir Tipps dann eben.

Der Beste Tipp von allen war,
Ich kann's getrost hier sagen:
Am Fischmarkt Hering kaufen gar
so braucht' ich mich nicht plagen.

Der Heringsschwarm, unaufgeregt
dereinst vor Wilhelmshaven,
lag auf dem Markt, nun eingelegt,
vor kurzem erst entschlafen.

Aus jenem Schwarm sonderte man
ganz wenige noch aus.
Die trug als Bismarck - Hering dann
ich zudem noch nach Haus.

So'n Hering zeigt sich ungerührt,
gelangweilt auch zumeist.
Wer zum Verdau'n wird zugeführt,
dem ist's gleich, wie er heißt.

 



 

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