Horst Fleitmann

Sankt Martin und der goldene Herd

Man liest sehr häufig in Geschichten,
aus allen unsren Erdenteilen
vom Hören-Sagen und Berichten,
wie Menschen Hab und Gut sich teilen.
 
Sehr häufig sind‘s die wahrlich Guten,
(warum sollte es anders sein)
die teilten. Und das lässt vermuten,
die Schlechten waren zu gemein.
 
Nun hörte man von einem Ritter,
der auf dem Weg im Mondeslicht
ritt durch den Schnee in Kälte. Bitter,
denn Air Conditioner gab‘s noch nicht.
 
Martinus hieß der Rittersmann
er stammte aus dem alten Rom.
Hatte `nen roten Mantel an
war reich und stark und etwas fromm.
 
Er ritt und ritt und war recht froh
dass er nach tagelanger Reise
zu Haus‘ läg‘ bald im warmen Stroh.
So’n Ritt strengt an auf seine Weise.
 
Im Norden im Franzosenland
sah er, und das kam selten vor,
dass dort ein frierend‘ Männlein stand.
Den sah Martinus nie zuvor.
 
Dass diesem Mann geholfen werd‘
entschied Martinus zweifellos.
Mit Griff zu seinem ehern Schwert
stieg er gleich ab von seinem Roß,
 
schlug seinen Mantel dann entzwei,
und gab dem Frierenden ein Teil.
Nun wäre diese Mär vorbei,
doch hört wie’s weiterging derweil:
 
Der arme Mann (der’s warm nun hat)
bedankte förmlich sich sodann
Martinus doch war sichtlich platt
als er nun selbst zu frier‘n begann.
 
Und so erstand, bei einem Schmied
er für ein Goldstück (seinem Lohn)
den schönsten Ofen. Nahm ihn mit,
startet den Ritt zur Heimburg schon.
 
Um aufzuwärmen sich am Herd
Ritt eilig er nun im Galopp
nach Haus. Sein Herd war Goldes wert.
Das Sprichwort so, entstand on top.
 
Martinus, kam nach langem Ritt
schlussendlich dann zu Hause an,
brachte der Frau den Ofen mit
und diese überlegte dann:
 
Was machen, mit dem Wärmespender,
der zweifellos der Ofen war,
wohl andern Ortes die Anwender?
Nutzen zum Braten sie ihn gar?
 
Sie sah den halben roten Wams
dann fiel‘s wie Schuppen ihr vom Auge:
„Ich brat Martinus eine Gans
wenn ich sie fange… sonst ne Taube.“
 
Gesagt getan, ich sag wie‘s war:
Die Martinsgans wurde gefangen
im Ofen briet die Frau sie gar.
Mit Knödeln schmeckt sie uns seit langem.
 
Geteilter Mantel, was erfreut,
hat Gold-Herd und die Martinsgans
bescheret uns seit dieser Zeit.
Doch was, hieß Martin damals Franz?
 
Und wenn die Franzgans noch dazu
andauernd goldne Eier legt…
kein Mensch, nicht ich und auch nicht Du
hätt‘ in die Röhre sie gelegt.
 
Sind froh wir, dass es Martin war
der seinen Mantel damals teilte
und Gott sei Dank nicht Franzl gar,
der mit dem Herd nach Hause eilte.
 
© Horst Fleitmann 2018

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