Wally Schmidt

HeftigDeftig

Deftig heftig

 

Ich stand vor dem Clo, ich musste sehr,

das Warten, es fiel mir so schwer.

Hätte mich so gerne draufgesetzt,

doch das Clo, es war besetzt.

Ich hatte wieder einmal festgestellt,

mancher lange eine Sitzung hält.

Am Besten macht man das Zuhaus,

dann macht das niemanden was aus.

Doch ist das Clo für and're auch,

dann war es schon immer Brauch,

dass man sich nicht so lang' dort setzt

und das Clo ist immer dann besetzt.

Soll ich jetzt weinen, soll ich lachen,

oder einfach in die Hose machen ?

 

Plötzlich kommt ein Mensch heraus,

ich dacht', ich halt's im Kopf nicht aus.

Ein alter Mann mit viel Seelenruh',

knöpft sich auch noch die Hose zu.

Ich sagt' zu ihm:mein lieber Mann,

schaffen sie sich mal 'ne Brille an,

damit sie auf der Tür' 'ne Dame seh'n,

und Herren nebenan reingeh'n.

Er sagt zu mir : du blöde Kuh !

Erst krieg'ich meinen Mund nicht zu.

Ich sagte:du Sack, verschwinde jetzt !

Er sah mich an, so ganz entsetzt

und musste erst einmal kapieren,

dass Frauen sich nicht länger zieren,

und auch einmal deftig reden,

die Sprache ist gemacht für jeden !

Vielleicht war der Alte ja verwirrt

und hatte sich deshalb verirrt,

das kann ich alles gut versteh'n,

doch blöde Kuh find' ich nicht schön.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.11.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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