Bernhard Pappe

Der Zug (Postumer Gastbeitrag Nr. 1 von Aniger)

 

Stationen zurücklassend

rast der Zug der Zeit

auf gelenkten Gleisen.

Darin namenlos ich.

 

Auf den Brücken winkende Kinder,

Kinder mit meinem Gesicht.

Unaufhaltsam weiter

fährt mein Zug der Zeit entgegen.

 

Schneller wird die Geschwindigkeit.

Seltener die Stationen.

- Im Spiegel sehe ich müde

mein altes Gesicht.

Worte sollten für sich selbst sprechen. Gedichte sollten für sich selbst sprechen. Hier jedoch bedarf es ein paar Worte, die ergänzen, aber nicht ablenken wollen.
Was ist, wenn Unbegreiflichkeit & Unverständlichkeit eine Mauer aufbauen, deren Wahrheit nicht bestritten werden kann und alles trotzdem unter einem Mangel an Erkennen leidet?
Was ist, wenn der Zug der Unvermeidlichkeit rasante Fahrt aufnimmt, ohne Umwege, ohne Schleichwege, und auf eben jene Mauer zurast?
Was ist, wenn es keine Fluchttore gibt? (Ich weiß nicht, vielleicht gäbe es sie heute – zumindest ein paar Umwege.)
Was ist, wenn die Fahrt nur kurz währt, ihre Dauer trotzdem ungewiss bleibt?
Was ist, wenn die Mauer Namen bekommt? – Schicksal, Zufall – jedoch nicht (Weiter)Leben, jedoch nicht Sein!
Vielleicht ist das die Quelle der Inspiration von Aniger – die Quelle vermag durchaus älter und tiefer sein als ihr damaliges Jetzt.
Blätter, gefüllt mit Worten, werden aus dem Zugfenster entlassen in eine diesseitige Freiheit.
Aniger weiß, dass der Wind der Veränderung ihre Worte vor jener Mauer der Unbegreiflichkeit niederlegen wird. Sie weiß, der Zug wird kurz anhalten, alle steigen aus, nur sie setzt ihre letzte Fahrt fort…

All das ist lange her. Ihre Worte, sie geben mit individueller Zeitlosigkeit jener Mauer der Unbegreiflichkeit einen neuen Anstrich. Es ist die Farbe des Seins, aus der alle Lebenskraft fließt.
Bernhard Pappe, Anmerkung zum Gedicht

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