Horst Fleitmann

Froschphantasien

Ein Kirschbaum, nah der Waldesschonung,
dient lang zwei Meisen schon als Wohnung.
Dort wachsen auf, im Blätterdach,
die Meisenkinder, nach und nach.

Ein Laubfrosch der's zufällig sah,
blähte sich auf und quakt: »Ihr da!
Lasst uns mal tauschen unser Heim.
Der Tümpel hier wird mir zu klein«

Und als in der ihr eignen Weise
ein Spottlied anstimmt, die Frau Meise,
prustet der Frosch sich auf auch schon,
er wär' es leid, unten zu wohn'.

Der Laubfrosch hört nicht auf zu tönen
bis hin, die Meisin zu verhöhnen.
Als selbige dann hoch fliegt, sehr,
meinte der Frosch »Das ist nicht schwer«

Erklimmt hernach mit forschem Schritte
den Kirschbaum bis in Krones Mitte
hüpft los, will auch zum Himmel fliegen...
... und kommt, am Baumesrand, zum Liegen.

Durch tiefen Fall nun sichtlich platt,
verlor er Form und Leben glatt.
Die andern Frösche die dort wohnen
quakten sogleich: »Das tat nicht lohnen«

Wer dauernd quakt es wär sein Traum
zu fliegen über Kirch und Baum
dem wird (wie Schustern und den Meisten)
geraten: Bleibt bei Euren Leisten.

© Horst Fleitmann 2018

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