Brigitte Waldner

An die Farbe


Farbe bringen Modemacher
in die Kleider einer Frau,
gut beleuchtet, stark und flacher,
ist sie Teil der Modeschau.
Lächelnd schminkt sie die Gesichter,
Haare färbt sie rot und braun,
fröhlich macht sie alles lichter,
lustig bunt erscheint ein Clown.

Farben sind ein heller Zauber
der Natur nach Schöpfers Plan,
kräftig aufgemischt und sauber
setzt der Herbst die Farben an.
Seht ihr, wie sich Blätter färben?
Täglich ändert sich das Bild,
weiche Farben, die verderben,
wirbeln durcheinander wild.

Wo der Wind Gebüsch entblättert,
fehlt die Farbe an dem Zweig.
Blätterteppiche, verwittert,
schmücken drunter einen Steig.
Tasten, riechen oder schmecken
kann man eine Farbe nie,
Farben kann man nur entdecken
und empfindet Harmonie.

Lasst uns mit der Geige singen
auf das tiefe Himmelsblau,
Farbnuancen Töne bringen,
im Kontrast zu weiß und grau.
Wo die Mischungen gelingen,
malt der Pinsel mit Geschick;
bis die Farben Macht erringen,
fesselt uns der Augenblick.

Hör die Farbe in ihr schwingen,
wenn die Stradivari spielt,
fühle in den Schmetterlingen
klangvoll, wie der Bogen zielt,
wie die Töne in uns dringen,
wie die Farben in das Bild,
bis sie uns in sich verschlingen,
und dann stimmen sie uns mild.

© Brigitte Waldner

Bild: © Brigitte Waldner „Farbiges Mosaik“
Das Bild habe ich mit Wasserfarben gemalt und mit schwarzer Tusche gezeichnet in der Hauptschule.
 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Brigitte Waldner).
Der Beitrag wurde von Brigitte Waldner auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.11.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Die Fremde dämpft unseren Schrei von Garip Yildirim



Garip Yildirim ist ein Einwanderer der ersten Generation, der sein halbes Leben in Deutschland verbracht hat. Seine Gedichte leben aus den intensiven Bildern.
Während frühere Gedichte zum Teil auch sehr politisch waren, thematisiert dieser Band vor allem die Begegnung unterschiedlicher Personen und die Zerrissenheit eines Menschen zwischen den Kulturen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Ode" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Brigitte Waldner

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Jetzt ist Hermine fortgegangen von Brigitte Waldner (Tod)
Lob der Schmerztablette von Norbert Wittke (Ode)
Quälende Monologe von Rainer Tiemann (Menschen)