Heinz-Walter Hoetter

Die weiße Frau im Nebel

Das Käuzchen rief, die Glocke schlug um Mitternacht.

Irgendwie war's gruselig und hat mir Angst gemacht.

Am dunklen Himmel stand der bleiche Mond so starr.

Am liebsten wär' ich weg, wollt' mich nur machen rar.

***

Die Stadt lag da, ganz menschenleer und ohne Laut.

Unheimlich und gespenstisch, dass meiner Seele graut.

Ich wusste nicht warum es düster war, ja und so still.

Mein Schrei, er blieb ungehört, nur fort ich von hier will.

***

Dunkle Wälder rauschen, und die Bäume leise wisperten.

Böse Augen starrten, dort im Unterholz Schritte knisterten.

Das fahle Licht des Mondes, es fielen die Schatten so lang.

Der Alptraum nahm kein Ende, mir wurde angst und bang.

***

Da sah ich sie, die weiße Frau, sie stand im hellen Mondeslicht.

Ich schrie: "Oh Gott, hilf mir doch! Vergesse meine Seele nicht!"

Sie schwebte herbei und verfolgte mich zu später Geisterstund.

Die weiße Frau, sie kam ganz nah, küsste mich mit kaltem Mund.

***

Ihr Todeskuss, er hat mir die Seele aus meinem Leib gerissen.

Dann sah ich meinen eignen Körper, er war blutig aufgerissen.

Sie lachte schallend laut nur dabei, als sie mich hat verwandelt.

Nun werd' ich Menschen töten, als ein Werwolf, der so handelt.

***

Ich wachte Schweiß gebadet auf im nebligen Morgengrauen.

Noch ganz verwirrt ging ich zum Fenster, um raus zu schau'n.

Ein Käuzchen rief, die Kirchenglocken klangen hell und klar.

Im Nebel stand sie, die weiße Frau, der Albtraum wurde wahr.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter


 

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