Horst Werner Bracker

Die Brücke

Die Brücke
Ballade
 
Die Brücke bebaut aus Lärchenholz
Fest gefügt, vor achtzig Jahren und mehr
Einst des Baumeisters ganzer stolz
Steht noch immer, am tosenden Wasserwehr
 
Die nassen Bohlen, mit Grünem moosüberzogen
Baumwurzeln haben die Brücke
Von den Fundamenten geschoben
Voller Häme lauert die Heimtücke
 
Nebelfeuchte verstellt des Wandrers  Blick
Das Auge erkennt die Tücke nicht
Im fahlen Dämmlicht ,- des Augenblicks
Ein Drama erzählt das, »Balladen Gedicht«
 
Des Müllers Sohn, Thore, knabenhaft
Mit blonden Locken, die Augen blau Azur!
War stets ein Freund der Jägerschaft
Doch längst ein Mann, von kräftiger Statur
 
Der greise Graf, Bodo von Löwenstein -
Ernannte ihn, zum Oberjäger der jagt
So strich er durch des Grafen Revier, allein -
Das Getier in Wald und Moor ihn Freude macht
 
Des Grafen Tochter, die kühle Isabella
Faszinierend und liebreizend schön -
Ihre kulturelle Herkunft, ihre Intellektuelle
Sprache, oft primitiv, auffallend obszön!
 
Ein böses Weib, ein männermordender Vamp
Im Dorf galt sie als unmoralisch und  dekadent
Es wurde getuschelt hinter vorgehaltener Hand!
Doch kaum jemand, des Grafen Tochter, kennt
 
Der Adonis Jäger, mit dem blonden Haar
Den, azurblauen Augen, den roten Kussmund
War ihr sehnsuchtsvolles Herz, in Liebe, so nah -
Sie dachte an ihn, Tag und Nacht ,zu jeder stund -
 
Auf schnellem, schwarzen Rappen in wilden Lauf
Jagte sie über Felder, Wiesen, durch dunkle Wälder
In den Schläfen pochte hämmernd der Kreislauf -
Vor ihren Augen, Traumbilder, blühende Felder
 
Im versteckten Winkel unter der alten Linde
Steht eine Bank, auch, »Bank der Liebe genannt!«
Viele Liebesschwüre zieren des Baumes Rinde
Wie in schmachtender, heißer Liebe, eingebrannt
 
Ein schwülheißer Sommertag will sich entladen
Die graublaue Wolkenwand erklimmt den Horizont
Fernes Donnergrollen wie ferne Kriegskanonaden
Von einer imaginären, sphärischen Front
 
Odins schwarzes, wildmächtiges Wolkenheer
Erstürmt mit tiefem Grollen die Himmelsfesten
Den Hammer fest in seiner Faust, immer mehr
An seiner linken Seite, der Krieger, Besten
 
Sie Stürmen heran mit wildem Donnergetöse
Grell zuckt schon bald, der Blitze Feuerpracht
Der Sommertag verwandelt sich ins Ominöse
Dunkelheit verwandelt den Tag zur Nacht
 
Da, im rasenden Galopp pariert Isabell den Rappen
»Springe auf, Geliebter wir müssen fliehen!«
Meines Vaters Schergen wollen dich kidnappen
Komm, komm lasst uns von dannen ziehen
 
Thore springt auf den Rücken des Rosses
Die wilde Jagd beginnt auf dunklen Wegen
Die Nacht gleicht einem archaischen Bildnis
Aus grausigen Zeiten mit Blitz befeuerten Stegen
 
Isabell lenkt das keuchende Pferd zur Brücke hin
Thore schreit, » halt Isabell, die Brücke! die Brücke!«
Sie hört nicht sein rufen das Schicksal beginnt
Im Inferno des Unwetters triumphiert die Tücke
 
Im Trommeln der Hufe bebt die Brückenfeste
Dann ein Bersten ein Krachen ein Schrei
Modernde Bohlen, Balken, ragen als Reste
Die Tiefe verschlingt alles, es ist vorbei!
 
Schimären verschlangen Ross, und Reiter dazu
Ganz in Schweigen liegt der Schrecken, Ort
Nachtens hört Leises rufen: Isabell wo bist du?
Es ist des greisen Grafen, klage Wort‹
*
(25.11.2018) E Storie

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