Norman Dunfield

Alpenwinterromantik

Vom Berg hinab bläst kühler Wind.
Es friert die Mutter und das Kind.
Er trifft zunächst das tiefe Tal,
doch danach bläst er überall.

Der Schnee beginnt dann bald zu fallen,
doch das er fällt, gefällt nicht allen.
Die Menschen flüchten in die Hütten.
Lawinen könnten sie verschütten.

Vor kurzem gab es hier noch Hitze.
Jetzt friert das Ohr unter der Mütze.
Der Fuß wird kalt, der Zeh wird blau;
das Dorf zeigt sich jetzt grau in grau.

Sehr bald ist draußen alles weiß
und jede Pfütze wird zu Eis.
Die Tanne beugt sich, Ast für Ast,
unter der schweren Winterlast.

Der Weihnachtsmann muss nun begreifen,
er braucht sehr dringend Winterreifen.
Mit Kufen ginge manches schief,
denn dafür ist der Schnee zu tief.

Zwischen den Bergen und den Almen
sieht man so manchen Schornstein qualmen.
In jeder Hütte brennt ein Licht,
doch durch die Flocken sieht man's nicht.

Ein heißer Punsch mit reichlich Süße
wärmt nun den Magen und die Füße;
und außerdem wird jetzt der Herd
mit einem Suppentopf beschwert.

Die Zwillinge von nebenan
liegen derweil im Fieberwahn.
Ist nicht ein Arzt bald zu erreichen,
dann gibt es hier noch Kinderleichen.

Bald kommt der Doktor angeritten,
die Tasche auf dem Pferdeschlitten,
mit Spritzen und all solchen Sachen,
um Zwillinge gesund zu machen.

Endlich ist alles dann vorbei.
Die Sonne scheint, der Weg ist frei.
Es zeigt sich jetzt in voller Breite
der Winter von der schönen Seite.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.11.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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