Margit Farwig

Ein Eistropfen

 

 

 

Durch die kalte Winternacht
fällt ein Tropfen leise, sacht
sieht rein gar nichts und verzagt
weil es ihm so nicht behagt

war er doch in Sommernacht
leicht gefällig aufgemacht
auf die Reise bis zur Erd
dass was Großes aus ihm werd

wehgeklagt sei's in ihm wohl
fühlt sich innerlich ganz hohl
sieht auch keine Sternenschar
wie es sonst so üblich war

ach, es ist ja Eises kalt
Schnee schon leuchtet aus  dem Wald
wär ich doch nur auch soweit
hätt' als Flocke ich geschneit

meiner Seel', wann bin ich dran
ich als Eises Tropfen rann
Schneeflöckchen, herrjemine
fülle Lücke heut' im Schnee

einem Gänseblümchen gleich
fühle ich mich plötzlich reich
sehe meine Schwestern an
die ich sofort leiden kann

finster scheint die Nacht nicht mehr
funkeln will ein Sternenheer
Flocken reich es glitzernd spricht
wir als Flöckchen schenken Licht

©  Margit Farwig  18. 12. 2014

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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